Interview Laura Sonnefeld

06.02.2016
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Hinter all den Autoren und Autorinnen gibt es noch viele Menschen, die dafür sorgen, dass die Literatur ein Zuhause bekommt. Darunter zählen auch die Ansprechpartner der Verlage.

© Nicolas Döring
© Nicolas Döring

Feel-Good-Managerin und Kommunikationsbeauftragte bei Edel eBooks und edel & electric. Studierte Philosophie und Literatur in Hildesheim und Berlin, arbeitete als Buchhändlerin und in verschiedenen Verlagen (z.B. Verlagsgruppe Oetinger) bevor sie im Juli 2015 zu Edel eBooks kam. Seitdem unterstützt sie Karla Paul als Assistenz und geht mit ihrer Liebe zu digitaler Literatur auch beruflich hausieren.

Ich interviewe üblicherweise Autoren. Du selbst bist bei edel & electric. Was zeichnet deinen Beruf aus?

Tja, wo soll ich da anfangen. Anders als bei Lehrern oder Anwälten, erschaffen wir Geisteswissenschaftler ja gerne eigene Berufe. Ich bin seit Juli 2015 bei Edel und offiziell Assistenz der Verlegerin Karla Paul, den meisten wahrscheinlich besser bekannt als Buchkolumne. Neben meinen Assistenzaufgaben wie Reisebuchungen oder Kostenabrechnungen, kümmere ich mich aber auch um die Außenkommunikation unserer beiden Verlage. Ich überlege, wie wir unsere Marken schärfen können und was wir dafür tun sollten. Ich mache klassische Buch-PR genau wie Marken-PR. Habe Kontakt zu Bloggern und Journalisten, fahre auf Messen und organisiere unsere neue Veranstaltungsreihe „Electric Nights“.

Was sind die Electric Nights?

Genau wie mit unseren Titeln, wollen wir mit unseren Veranstaltungen die eingetretenen Pfade verlassen und etwas Neues wagen, dafür gibt es die Veranstaltungsreihe „Electric Nights“. Das sind Abende, an denen digitale Literaturthemen aufgegriffen werden die wir in netten Locations mit unseren Freunden, Bekannten und Lesern verbringen. Keine Wasserglaslesungen – bei uns soll jeder einen Drink in der Hand halten! Die nächste Möglichkeit, bei einer Electric Night dabei zu sein, ist der 29. März 2016. Bei unserem „Blogger Book Pitch“ werden wir u.a. Isabel Bogdan und Stevan Paul mit ihren Lieblingsbüchern zu einer Literaturshow der besonderen Art laden. Mehr Informationen verraten wir bald in Kürze auf unserem eigenen Blog.

Arbeitest du viel mit Autoren zusammen?

Ständig! Nein, ganz ehrlich: Ich habe fast täglich Kontakt mit Autoren. Sei es, weil wir gemeinsame Aktionen für kommende Projekte planen oder weil bereits verlegte Autoren Fragen oder Anregungen haben. Oft frage ich „meine“ Autoren nach Interviews, die ich dann versuche auf Blogs oder in Onlineshops unterzubringen. Manchen Autoren gebe ich Social-Media-Tipps, mit anderen rede ich über aktuelle Verkaufszahlen. Das ist ein besonders schöner Teil meiner Arbeit, der in einem großen Team wahrscheinlich viel, viel geringer ausfallen würde.

In der Vergangenheit hattest du viel mit Kinderbüchern zu tun. Wirst du in Zukunft auch mit dieser Sparte arbeiten, in der digitalen Form?

Wenn du wissen möchtest, ob edel & electric bald Kinderbücher verlegen wird: Nein! Das wird nicht passieren. Ob ich irgendwann in der Zukunft mal wieder mit Kinderbüchern arbeiten werde? Bestimmt. Ich bin erst 27 – mein Berufsleben fängt gerade richtig an. Ich habe ehrlich gesagt lange überlegen müssen, ob ich vom Kinderbuch zum Erwachsenenbuch soll – da es nie meine Absicht war – bis ich den Sprung dann tatsächlich gewagt habe. Aber die Mitarbeit an einem so spannenden Projekt wie edel & electric, konnte ich nicht ausschlagen. Was die Zukunft bringt, kann ich nicht wissen. Meine Leidenschaft für Kinderbücher habe ich jedenfalls nicht ad acta gelegt. Ich lebe sie momentan halt nur privat und nicht beruflich aus.


edel & electric möchte neue Trends anstoßen und literarische Experimente ermöglichen.

Laura Sonnefeld im Prego-Magazin, November 2015


Gibt es schon ein ultimatives Rezept, wie man Leser wie mich, die mit digitalen Büchern nicht viel am Hut haben, trotzdem dazu zu bewegen kann, solche zu lesen?

Puhh, ein ultimatives Rezept gibt es sicherlich nicht. Was wir aber jeden Tag versuchen, ist den Leuten die Vorteile aufzuzeigen: Digitales Lesen ist so praktisch! Ich selbst bin wirklich ein großer Fan von gedruckten Büchern. Ich würde auch nie aufhören, Printtitel zu kaufen oder zu lesen. Aber ich möchte mich im Alltag auch nicht mehr von meinem Tolino trennen. Es ist so praktisch, immer dieses leichte Gerät dabeizuhaben und in Bus oder Bahn noch mal eben ein paar Seiten zu lesen. Klar, das geht auch mit einem Taschenbuch. Aber auf meinem Tolino habe ich (momentan) ca. zehn Titel. Drei davon lese ich parallel. Und weder Schmutz noch Regen machen dem leichten Gerät etwas aus. In einer vollen Bahn, in der ich eine Hand zum Festhalten brauche, kann ich mit einem Finger auf der Rückseite tippen und die Seite blättert um. Und wenn ich ein Buch durchgelesen habe, brauche ich nur eine Wlan-Verbindung, um mir das nächste zu kaufen. Ich liebe hochwertige Printprodukte, aber ich möchte auf Reisen auch keinen Plattenkoffer dabei haben, sondern meinen iPod. Wieso sollte das mit Literatur anders sein? Für mich sind das schon genug Argumente.

Hast du neben all der Arbeit eigentlich noch Zeit zum Lesen?

Ich befürchte, da geht es mir wie allen Vollzeit-Arbeitenden: Man muss sich seine Lesezeit schaffen. Und manchmal um sie kämpfen. In Bus oder Bahn, auf dem Weg von A nach B, lese ich mittlerweile gern und viel. Ansonsten abends oder an Wochenenden. Generell lese ich mittlerweile aber auch einfach anders, als noch im Studium. Und ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Serien-Junkie bin. Vielleicht könnte man die These aufstellen: Ich mag packende Geschichten. Egal in welchem Format. Sei es als Buch, eBook, Serie oder Hörspiel – ohne Geschichten ginge es nicht.

Laura Sonnefeld im Netz
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Das Copyright des Portrait liegt bei Nicolas Döring und wurde mit freundlicher Genehmigung von Laura Sonnefeld zur Verfügung gestellt.

Das Copyright der Fotos zur Veranstaltung „Electric Nights“ liegt bei Jennifer Picht / Jekaczi Photo. Quelle: facebook.com

2 Kommentare

  • Huhu Lieber Henni,

    ein wirklich wundervolles Interview, vielen vielen Dank dafür. Es hat richtig Spaß gemacht! Merk ich mir gleich mal für mein nächstes Bloggestöber vor :).

    glg Franzi

    • Henrik sagt:

      Hallo liebe Franziska!

      Danke für dein tolles Feedback dazu! Mir hat es ebenfalls großen Spaß gemacht, es vorzubereiten. 🙂

      Freue mich.

      Liebe Grüße
      Henrik

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