Rezension Der Wanderer

11.02.2016
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»Der Wanderer« ist der zweite Teil der “Die Magie der tausend Welten”-Trilogie von Trudi Canavan und ist 2015 erstmals auf Deutsch im Penhaligon Verlag erschienen.

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Inhalt

Der junge Magier Tyen hat seine Heimat verlassen und durchstreift die tausend Welten auf der Suche nach einer Möglichkeit, das magische Buch Pergama zurück in einen Menschen zu verwandeln. Er bittet Valhan, den mächtigsten Magier, den er finden kann, um Hilfe. Doch dieser verlangt eine Gegenleistung: Tyen soll eine Rebellengruppe ausspionieren, die Valhans Herrschaft bekämpft. Dann gelingt es den Widerständlern, Valhan zu töten. Tyen kann nicht glauben, dass all seine Anstrengungen umsonst gewesen sein sollen – und als er einen Hinweis entdeckt, dass Valhan noch lebt, nimmt er dessen Fährte auf …

Quelle: Penhaligon Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-7645-3106-5 (Hardcover)
  • Preis: 19,99 € [D] | 20,60 € [A]
  • Seiten: 704
  • Sprache: Deutsch
  • Auflage: 1. Auflage
  • Ausgabe: Deutsche Ausgabe 2015
  • Erscheinungstermin: 23. November 2015
  • Genre: Fantasy, Heroische Fantasy
  • Reihe: Die Magie der tausend Welten, Band 2
  • Original: Millenium's Rule 02: Angel of Storms | Orbit, London | 2015
  • Übersetzer: Michaela Link

Spoiler

Bei dieser Rezension handelt es sich um die Fortsetzung einer Reihe, bitte nur lesen, wenn du den Band davor gelesen hast.

Rezension zum Vorgänger

Meinung

Das Cover wirkt sehr eindrucksvoll durch die Figur im Vordergrund. Ich denke, mein Verdacht bestätigt sich. Hierbei könnte es sich um Rielle Lazuli handeln. Die Magie ist hier viel ausgeprägter dargestellt, was vermuten lässt, dass man mehr über die Kräfte von Rielle erfährt.

Im Verlauf der Geschichte kommt man in der Welt mit den tausend Welten ziemlich viel herum. Im ersten Teil haben mir die detailreichen Beschreibungen etwas gefehlt. Besonders die, die mir mehr über das Klima sowie die Flora und Fauna verraten hätten. In diesem zweiten Teil war das genau umgekehrt. Die Schilderung der Welten war sehr präsent und macht einen großen Teil der Handlung aus. Man konnte sogar mal andere Kulturen, Gebräuche und Völker, wie etwa die Fahrenden oder die Heiler, kennenlernen. Jedoch fehlte mir so ein bisschen das Gleichgewicht, weil der Fokus manchmal dann zu sehr auf diesem Element der Geschichte ausgerichtet war und die Handlung vernachlässigt wurde.

Charakteristisch betrachtet bietet dieses Buch eine sehr extreme Verwandlung und eine außergewöhnliche Vielfalt der Figuren. Tyen ist im ersten Band noch ziemlich zurückhaltend und jung, wohingegen er in diesem Teil sehr gereift und erwachsen wirkt. Man spürt, dass seine Persönlichkeit sicherer und standfester ist. Er kam mir aber auch des Öfteren ziemlich überlegen vor, obwohl er sich seiner Handlung nicht immer so sicher war, wie er behauptet hat. Ich denke, dass die Autorin mit diesem Charakter ziemlich zu kämpfen hatte, weil er selbst so hin- und hergerissen ist.
Bei Rielle hingegen spürt man eine Art der positiven Verwandlung. Ihre Unsicherheit ist wie weggeblasen. Sie akzeptiert ihr neues Leben, wie es ist, aber nicht, ohne zu hinterfragen. Manchmal ist sie etwas leichtgläubig, was sie zu Problemen führt, die sie nicht erahnen kann. Durch gewisse Umstände erreicht sie ein Fortschritt in ihrem Leben, der sie dazu bringt, mehr über Magie zu wissen und selbst so viel zu beherrschen, dass es im letzten Teil ziemlich spannend werden dürfte.
Der „Antagonist“ der Geschichte, Vallhan oder auch der Raen genannt, stellt sich als sehr vielschichtige Figur dar, von der man nicht wirklich weiß, wie man sie sehen soll. Er nimmt nicht die typische Rolle eines Antagonisten ein. Sowohl Rielle, als auch Tyen arbeiten mit ihm zusammen, was der Geschichte einen ziemlich interessanten Aspekt liefert, den man nicht außer Acht lassen sollte.

Das Buch ist in der Wechselperspektive geschrieben, man liest aus der Sicht von Tyen und Rielle. Ich mag den Schreibstil von Trudi Canavan sehr gerne, er liest sich sehr bildlich und lebhaft. Sie kommt gerne auf den Punkt und drückt sich direkt aus. Manchmal gibt sie kleine Rätsel auf, die sich erst später lösen. Das mag stellenweise ganz gut sein, aber es hat auch seine negativen Seiten, auf die ich gleich noch mal zu sprechen komme.

Obwohl diese Geschichte groß ist, hatte ich von Anfang an das Gefühl, das es nicht direkt weiter geht. Eher dachte ich, es geht so komplett am ersten Teil vorbei und erzählt aus einer anderen Zeit. Erste Vermutungen kamen auf, dass Tyen und Rielle vielleicht gar nicht zur selben Zeit leben, sondern viel eher durch Pergama oder den Raen, den Herrscher der Welten, miteinander verbunden sind. Allerdings hat sich diese These recht schnell verflüchtigt, da die ersten Verbindungen zwischen den Hauptcharakteren aufgetaucht sind. Als dann auch der Bezug zum ersten Band hergestellt werden konnte, verwarf ich den Gedanken komplett.

Bewertung

Ich hatte absolute Startschwierigkeiten mit dem Buch, es konnte mich einfach nicht packen. Dabei hatte ich mich sehr darauf gefreut und meine Erwartungen waren nach dem ersten Teil hoch. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin eine ganz andere Geschichte geschrieben hat, als die weiter zu erzählen, mit der sie begonnen hat. Der einzige Punkt, der vollkommen überzeugen konnte, waren die Charaktere, auch alle zusätzlichen, da hat sich die Autorin richtig ins Zeug gelegt.

Cover

4

Gestaltung / Aufmachung

3

Kulisse

3

Charaktere

5

Idee / Aufbau

4

Spannung

1

Komplexität

3

Emotionen

1

Schreibstil / Lesbarkeit

4

Eigene Meinung / Empfindung

1

Durchschnittliche Bewertung

2,9

Fazit

Ich habe wirklich bis zum Schluss gebraucht, um mir über dieses Buch schlüssig zu werden. Die Handlung konnte mich kaum begeistern. Es war langweilig, die Spannung wurde ziemlich oft einfach im Keim erstickt und konnte selten aufrechterhalten werden. Die Zeitsprünge in der Handlung waren sehr groß und unübersichtlich. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir vielleicht ein paar genauere Beschreibungen gewünscht. Besonders dann, wenn man eine große Anzahl von Menschen in einer Gruppierung hat, wäre es schön, wenn das nicht einfach viele sind, sondern schon spezifischer dargestellt werden könnte. Das Buch Pergama, um das es im ersten Teil ging, ist stark in den Hintergrund gerückt.

Ich danke dem Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Die Handlung konnte mich kaum begeistern.

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