Allgemein Buchgefühle #1 — Ich bin auch noch da

26.03.2017
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Für eine ganze Zeit lang war es hier ungewöhnlich still. Es hat sich in meinem Leben eigentlich gar nicht so viel geändert. Aber irgendwie kam es dann dazu, dass ich mein Hobby — mein Blog — ruhen lassen musste. Ich kann auch gar nicht versprechen, dass es hier in nächster Zeit so viel mehr zu lesen gibt. Dennoch gibt es etwas, über das ich unbedingt schreiben muss. Buchgefühle.

Als mir das Wort zum ersten Mal über die Lippen gehuscht ist, hielt ich es für einen Versprecher. Doch die Situation, in der das Wort aufgetaucht ist, war alles andere. Ich hatte gerade ein Buch gelesen, war ziemlich emotional davon mitgenommen. Ich wusste nicht, wo hinten und vorne ist. Ich hatte nur ein Gefühl, das ich schnellstmöglich in Worte verpacken wollte. Seit dem sammle ich sie, diese Buchgefühle. Ständig, in vielen einzelnen Zeilen eines Buches sind sie zu entdecken. Doch nicht immer und nicht überall.

Dieses Gefühl ist stellenweise etwas sehr Individuelles und Persönliches. Und ich glaube auch nicht, dass es für jeden das Gleiche bedeutet. Trotzdem ist es vielschichtig und kann unterschiedlich interpretiert werden.

Mein aktuellstes Buchgefühl ist, dass ich eigentlich keins habe. Und das ist ziemlich schade. Ich komme derzeit so wenig zum Lesen, dass es schwierig ist, mich voll und ganz auf eine Geschichte zu konzentrieren. Ich habe gerade einiges zu lernen, denn es geht auf die Prüfungen zu. Und trotzdem begleitet mich das Verlangen, das nächste Buch in die Hand zu nehmen und in das Abenteuer einzutauchen, egal, welches mich erwarten sollte.

Es ist ja nicht so, als würde ich gar nichts lesen. Aber ich vermisse es ein wenig, mal wieder etwas mehr zu lesen. Mein Stapel mit meinen ungelesenen Büchern schrumpft langsam, aber sicher. Dennoch gab es schon länger kein neues Buch mehr, das dazu gekommen ist. Irgendwie war es immer wieder gut zu wissen, dass Bücher gelesen werden und neue nachkommen. Es war ein Kreislauf, der mal mehr und mal weniger flüssig lief. Bis vor einiger Zeit.

Natürlich ist die derzeitige Erfahrung, dass weniger zwar mehr sein kann schön. Und es macht auch sehr viel Spaß sich einfach Zeit für ein Buch nehmen zu können und dann ganz viel auf einmal davon zu verschlingen. Trotzdem vermisse ich es ein wenig, dass das alles mal anders war.

Die kleine Zwangspause hat aber auch noch viel Gutes. So zum Beispiel habe ich viel Zeit gehabt, zu stöbern und meine Interessen zu ergründen. Dabei sind viele Sachbücher, Klassiker und Biografien auf meiner Wunschliste gelandet. Ich habe auch im Bezug auf den Blog so einiges erarbeitet, dass es gleichzeitig wieder sehr rentabel war, diese Pause nehmen zu müssen.

Ich bin vielleicht noch nicht ganz da, aber ich war auch nie wirklich weg. Buchgefühle sind etwas Tolles und ich hoffe, du findest sie auch.

14 Kommentare

  • Ascari sagt:

    Hey 🙂

    Ich finde es ehrlich gestanden das Normalste der Welt, dass man nicht immer gleich viel Zeit zum Lesen hat. Und warum müssen regelmäßig neue Bücher einziehen, wenn man schöne Schätze bei sich stehen hat? Aber ich verstehe trotzdem, was du meinst. Dass es Spaß macht, Neuzugänge zu kaufen oder zu bekommen und sich darüber auszutauschen. Es ist aber auch natürlich, dass einem das reale Leben ab und zu einen Strich durch die Rechnung macht :). Jetzt haben erst mal deine Prüfungen Vorrang, das ist ganz normal! Es kommt aber auch bestimmt wieder eine Zeit, wo es mit den Buchgefühlen anders wird, das ist ganz sicher. Und darauf freue ich mich schon!

    Liebe Grüße
    Ascari

    • Henrik sagt:

      Hallo Ascari,

      vielen lieben Dank für deine lieben Worte!

      Ich weiß, dass nicht immer alles gleich ablaufen kann und nach Plan verläuft. Das soll es auch gar nicht. Es ist einfach ein momentanes Empfinden, dass ich habe. In wenigen Wochen ist das größte Vorbei und dann finde ich auch wieder etwas mehr Zeit zum lesen. Es ist ja nicht so, dass ich hier 50 ungelesene Bücher liegen habe. Es sind mittlerweile weniger als circa 20. Und das schon seit langer Zeit. Aber ich sehe es auch ein wenig positiver, denn ich kann anschließend die Zeit zum Lesen nutzen und dann direkt neues kaufen. Das hat ja auch etwas positives.

      Ich hoffe, dass ich dann auch wieder etwas regelmäßiger meine Leseindrücke verfassen kann. 🙂

      Liebe Grüße
      Henrik

  • BlueSiren sagt:

    Hallo,

    Das kenne ich nur zu gut. Während dem Semester an der Uni muss ich so viele Fachtexte lesen und so viel in der Bibliothek und vor dem PC rumsitzen, dass ich in meiner Freizeit kaum Muße habe, Bücher zu lesen obwohl sie mich interessieren würden. Leseflauten sind etwas ganz Normales und man sollte sich nicht unter Druck setzen!
    Die Buchgefühle schleichen sich oft ganz von alleine wieder ein und reißen einen mit.
    Da ich in einer Buchhandlung arbeite wächst mein SuB beständig, ich habe eher Probleme mit dem Abarbeiten.
    Buchgefühle ist übrigens ein wundervolles Wort, da ich meinem Wortschatz hinzufügen möchte.

    Viele liebe Grüße,
    Babsi

    • Henrik sagt:

      Hallo Babsi!

      Dein Kommentar ist wundervoll, danke! Ich freue mich, dass du „Buchgefühle“ adoptiert hast. Da bin ich gespannt, was du dazu sagst, wenn ich mal einen anderen Beitrag dazu posten werde mit genau den notierten Buchgefühlen. 🙂

      Du benennst es eigentlich richtiger, dieses lange Sitzen, lernen und vorm PC dies und das machen und nebenher noch im Unterricht alles mitzubekommen ist einfach anstrengend. Nicht körperlich, aber der Kopf arbeitet permanent und das ist das, was anstrengt.

      Es kann nur besser werden.

      Nebenbei stöbere ich mal durch deinen Blog, der ist mir auf Anhieb nämlich neu.

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Gabi sagt:

    Manchmal liegt es daran, dass man nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit liest, weil natürlich das Buch passen muss, aber auch die Lesestimmung. Natürlich kenne ich auch das Gefühl, dass man total in der Geschichte versinkt und sie einen komplett in eine andere Welt mitnimmt. Aber das klappt eben leider nicht bei jedem Buch. Ich hoffe, Du kriegst bald wieder das tolle Buchgefühl, aber für den Moment liest es sich auch ganz on Ordnung, wie es bei Dir gerade läuft. Und ich drücke Dir die Daumen für die Prüfungen!
    LG Gabi

    • Henrik sagt:

      Hallo Gabi,

      Du hast recht, dass so manche Geschichte einfach nicht in die aktuelle Lebenslage passt. Das finde ich, ist immer wieder schwierig festzulegen. Zumindest weiß ich, dass ich momentan lieber keinen langwierigen Klassiker anrühren möchte, da ich ihm nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenken könnte.

      Vielen herzlichen Dank für den Kommentar und das Daumendrücken!

      Henrik

  • Sonja Béland sagt:

    Hallo,

    Das Leben kommt einem oft dazwischen und nicht nur beim Lesen. Mir hilft es in solchen Fällen mich daran zu erinnern das jeder Tag gleich lang ist und eine Stunde, oder eine halbe habe ich jeden Tag zeit für Sport oder lesen.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Prüfungen! Nächstes Jahr um die gleiche Zeit sind sie schon lange vorbei 😊

    LG Sonja

    • Henrik sagt:

      Hallo Sonja.

      Was du sagst, stimmt absolut. Im Moment ist Sport auch so das Mittel, was meinen Kopf wieder befreit von der ganzen Lernerei. Ich habe zumindest jetzt an diesem Wochenende schon zwei kleine Bücher gelesen. Das ist wie Balsam für die Seele.

      Ich danke dir!

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Huhu!

    Ein schöner Beitrag, und ich vermute mal, wenn die Prüfungen vorbei sind, stellt sich bei dir sicher wieder ein Buchgefühl ein, und dann fließt der SUB-Kreislauf bestimmt auch wieder. 🙂 Aber es ist schön zu hören, dass du dem Blog nicht den Rücken kehrst, auch wenn das Lesen momentan nicht so viel Raum einnimmt.

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfaht durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

    • Henrik sagt:

      Hallo Mikka,

      vielen lieben Dank für deine Worte und die Verlinkung. 🙂

      Es wäre auch zu schade einem so langem Projekt einfach den Rücken zu kehren. Das würde keinen Sinn machen.

      Liebe Grüße
      Henrik

  • anja sagt:

    Buchgefühl. Was für ein schönes Wort, dass man sich so richtig lecker auf der Zunge zergehen lassen kann.

    Weniger ist tatsächlich manchmal etwas mehr, aber das ist ja nicht was du möchtest. Manchmal dreht sich das Leben so und wir können es kaum ändern. Aber, dadurch das du lernen musst und nur wenig Zeit zur Verfügung hast, wird etwas Besonderes wachsen. Nämlich, dein Buchgefühl. Es wird stärker ung stärker und dann wirst du das nächste Buch mit einem besonderen Buchgefühl lesen und genießen.

    Liebe Grüße

    Anja von Nisnis Bücherliebe
    #litnetzwerk

    • Henrik sagt:

      Hallo Anja,

      wie schön, dass du hergefunden hast! ☺️

      Es freut mich, dass das Wort so gut ankommt, gerne übernehmen!

      Du hast recht, das ist auch eigentlich immer so ein bisschen mein Motto, dass weniger mehr sein kann. Der Fokus ist im Moment tatsächlich etwas gewandert und ich habe etwas mehr Zeit zum Lesen gefunden. Der Beitrag und die lieben Worte dazu haben mich auch etwas dazu motiviert.

      Es wird noch eine Weile so sein, und dann geht es wieder weiter. Das Gefühl wächst und wächst. ☺️

      Liebe Grüße
      Henrik

  • FederNerd sagt:

    Hey 😀

    Ein sehr schöner Beitrag!
    Vor einer Woche habe ich das Buch „Ich gebe dir die Sonne“ beendet und war danach vollkommen durch den Wind. Ehrlich gesagt wusste ich auch gar nicht mehr, was ich denken oder – passend hierzu – fühlen soll. Einerseits hat es mich fertig, andererseits auch unglaublich begeistert und glücklich gemacht. Tatsächlich weiß man nicht mehr, wo hinten und wo vorne ist.
    Ich glaube, Buchgefühle ist das perfekte Wort dafür!
    Wäre auch ein interessantes Thema für ein Video 😀

    Und die Sache mit dem Lernen kenne ich nur zu gut. Zwar ist das bei mir wahrscheinlich noch nicht ganz so schlimm wie bei dir (ich bin 9. Klasse 😀 ), aber trotzdem komme ich oft nicht zum Lesen, weil mir entweder die Zeit oder die Lust fehlt. Allerdings sind irgendwann auch die stressigen Zeiten vorbei. Und man freut sich umso mehr auf neue Geschichten, wenn man ein wenig Lese-Entzug hatte.

    Liebe Grüße
    Calvin

    • Henrik sagt:

      Hallo Calvin!

      Danke für das Lob. Es würde mich interessieren, wie ein Video dazu aussehen würde. ☺️Wie du es interpretierst und vor allem, was du sonst so zu sagen hast. ☺️

      Ich glaub nicht, dass die Klassenstufe so viel Unterschied macht. Rechnerisch bin ich jetzt in der 12. Und ich mache eine schulische Berufsausbildung. Aber damals war es auch schon viel zu lernen, nur war es da irgendwie anders. Ich weiß es nicht, woras das liegen könnte. Vielleicht ist eine Ausbildung dann doch etwas anspruchsvoller.

      Aber du hast absolut recht, die Freude auf die nächste Geschichte kann ja nur wachsen.

      „Ich gebe dir die Sonne“ kannte ich bisher gar nicht, das wandert dann mal auf meine Merkliste. 👍

      Liebe Grüße
      Henrik

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