Allgemein Ein Buch fürs Leben

08.06.2015
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Im Leben sucht man oft nach Dingen ‘fürs Leben‘ – damit gemeint ist die Dauer.

Der Partner fürs Leben.
Das Haus zum alt werden.

Diese Dinge können so groß und so klein sein. Und vor einigen Monaten lief mir eine Bloggerin über den Weg, die mein Leben verändern sollte.

Das klingt jetzt ziemlich seltsam, aber um es mal so zu sagen: Es war und ist so.

Jeder sucht doch etwas, dass er sich zur “Lebensaufgabe” macht kann. Und da gehören für einen Menschen, der gerne liest, eben Bücher dazu. Diese liest man, liebt man, zieht seine Schlüsse daraus, legt sie wieder weg und greift zum nächsten Buch. Doch nicht bei diesem, dass ich von der besagten Bloggerin geschenkt bekommen habe.

Es geht um “Der Wolkenatlas” von David Mitchell. Bekommen habe ich es von Deborah, sie bloggt auf wolkenweiss.com.

Aber warum genau hat sie mir ein “Buch fürs Leben” geschenkt?
Dafür habe ich folgende Begründung:

Das Buch hat ihr leider weniger zugesagt und ich hatte es auf der Wunschliste stehen. Mir war bewusst, da ich den Film bereits kannte, dass es ziemlich komplex wird. Dadurch habe ich mir erhofft, dass ich es beim Lesen mehr verstehen kann. Als das Buch dann endlich bei mir ankam, war ich ziemlich überrascht vom Umfang des Buches. Es sah zunächst nicht sehr “dick” aus, aber nach erstem Blättern habe ich bemerkt: Junge, da haste aber viel zum Lesen.

wlk_atl_06Dann einige Monate später war es endlich so weit. Ich fing an, dieses Buch Seite für Seite zu lesen. Die Geschichte, welche sich mit der Zeit als wirklich außergewöhnlich entpuppte, fing mich. Sie fesselte mich und nervte mich. Ich mochte sie und hasste sie. Ich habe gekämpft und habe es dennoch immer weiter gelesen. Ich konnte manchmal gar nicht aufhören, doch die Seiten wurden gefühlt nicht weniger. Eigentlich total widersprüchlich. Doch ich denke, bei einem Buch mit verschiedenen Genres, verschiedenen Zeiten und verschiedenen Geschichten, deren Verbindung man suchen muss, ist das sehr gut möglich.

Aber warum ist dieses Buch dadurch ein Buch fürs Leben?

Ganz einfach: Es gibt so viele Fragen bei diesem Buch, die man nach dem ersten Lesen gar nicht beantwortet bekommt. Der Grund dafür ist, man überliest es. Man überliest die Stellen, die man erst beim nächsten Mal liest. Weil, will man dieses Buch verstehen, muss man sich mehrmals durch die Geschichten wühlen. Man muss darauf achten, dass man aufmerksam ist und dem Geschehen folgt.

Hinzu kommt, dass dieses Buch durch verschiedene Schreibstile und Schreibweisen absolut herausragt. Es ist ein meisterhaftes Werk der Erzählkunst. Und weil es so schön geschrieben und erzählt ist, habe ich es zu meinem persönlichen Buch fürs Leben gemacht, welches ich hoffentlich über Jahre hinweg lesen und immer wieder neu entdecken werde.

Und das ist auch ein Hauptgrund, weshalb ich zu diesem Buch dieses Mal keine Rezension in der üblichen Form verfasse. Es lässt sich meiner Meinung nach nämlich nicht wirklich rezensieren. Wobei dieser Beitrag eine Meinung beinhaltet, sagt es absolut nicht viel über das Buch aus.

Die Komplexität, der Inhalt, die Schreibweise, der Autor, die Erzählung, die Geschichte. Es hat alles etwas für sich und es gehört mir.

Ich danke dir Deborah für dieses unerwartet großartige Geschenk. Ich bin mit diesem Buch mehr als glücklich. 🙂


Quelle: Rowohlt Verlag
Quelle: Rowohlt Verlag

ISBN: 978-3-499-24036-2 (Taschenbuch)
Preis: 9,99 € [D] 10,30 € [A]
672 Seiten
Sprache: Deutsch
9. Auflage
Erscheinungstermin: 01.11.2007
Genre: Roman
Original: Cloud Atlas, 2004/ Sceptre, London
Übersetzer: Volker Oldenburg

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Sechs Lebenswege, die sich unmöglich kreuzen können: darunter ein amerikanischer Anwalt, der um 1850 Ozeanien erforscht, ein britischer Komponist, der 1931 vor seinen Gläubigern nach Belgien flieht, und ein koreanischer Klon, der in der Zukunft wegen des Verbrechens angeklagt wird, ein Mensch sein zu wollen. Und dennoch sind diese Geschichten miteinander verwoben. Mitchells originelle Menschheitsgeschichte katapultiert den Leser durch Räume, Zeiten, Genres und Erzählstile und liest sich dabei so leicht und fesselnd wie ein Abenteuerroman.” – Quelle: Rowohlt Verlag

12 Kommentare

  • Lauretta sagt:

    Lieber Henrik,

    Da gebe ich dir vollkommen recht! Es gibt Bücher, die liest man nicht einfach mal eben so und hat sie ein paar Monate später schon wieder vergessen. Manche Bücher begleiten einen für eine gewisse Zeit und machen sich im Laufe der Zeit immer wieder bemerkbar.
    Wenn das bei „Der Wolkenatlas“ so ist, spricht es schon für eine hohe Qualität, auch wenn es vielleicht nicht jedem zusagt.
    Dein Beitrag macht schon sehr viel Lust das Buch selbst zu lesen, denn zu entdecken gibt es darin wohl einiges!
    Sehr schön geschrieben! Ich wünsche mir öfter solche Beiträge von dir (neben den anderen). 🙂

    Liebe Grüße,
    Lauretta

    • Henrik sagt:

      Liebe Lauretta,

      ich bedanke mich bei dir für diesen tollen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass dir mein Artikel dazu so gefällt. Ich habe wirklich versucht Worte zu finden für dieses Buch und mich nicht zu wiederholen. Es geht nicht anders. Es wird zur Dauerbeschäftigung. Wann immer mich das Buch wieder anzwinkert und ruft „Lies mich doch!“ werde ich machtlos sein. 🙂

      Mehr Beiträge dieser Art? Herrjeh! Wie mach das ich das bloß?

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Oh mein lieber Henni,

    vielen lieben Dank für deine netten Worte. Du weißt gar nicht wie sehr es mich freut, dass du dich nicht nur über dieses Buch gefreut hast, sondern dass es zu so etwas Besonderem für dich geworden ist! ♥ Nur weil einem ein Buch nicht zusagt, heißt es nicht, dass es nicht genau das Richtige für jemanden anderen ist. Es ist so so toll wie du das Buch beschrieben hast – wirklich sehr schön! Ich schließe mich Lauretta an, so ein Beitrag ist wirklich etwas ganz besonderes! ♥

    Ich drück dich,
    Deborah

    • Henrik sagt:

      Hallo Debora,

      es war für mich die einfachste und beste Art, dir ein großes dickes Dankeschön zu überreichen. Ich mag mich nicht wiederholen zu dem Buch, bisher ist alles gesagt. Ich teile deine Freude mit dir, weil es ebenfalls meine Freude ist. Wir haben beide davon profitiert. 🙂 So konntest du aus diesem Buch trotzdem etwas mitnehmen, auch wenn du es nicht gelesen hast.

      Ich drück dich auch! ♥
      Henrik

  • Hallöchen Henni,
    was für ein wunderbarer Beitrag. Wirklich. Ich liebe es, wenn ein Buch einen so mitreißen kann und einen dann nicht wieder loslässt. Genau das ist das Besondere an Büchern. Sie schleichen sich ganz still und heimlich in unser Herz und wenn wir Glück haben, dann verbinden wir damit sogar eine sehr liebgewonnene Person. Bei mir zum Beispiel ist es „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls. Ich habe es bereits vor Jahren gelesen und ich weiß es ist das einzige Buch, das ich mehrmals lesen würde! Meine liebe Freundin hat es kurz nach mir gelesen und hat es ebenso verschlungen wie ich. Tage und Nächte konnte wir über Em und Dex philosophieren. Niemals werde ich dieses Buch vergessen.

    Liebst, Lotta

    • Henrik sagt:

      Hallöchen Lotta,

      dein Kommentar stimmt mich echt glücklich. Ich freue mich, dass du deine kleine Geschichte mit mir teilst. :)) Das ist so schön, aber genau das verbindet Menschen eben wieder. Um so mehr freut es mich, dass mein Artikel das auch wiederspiegeln kann.

      Danke für deine unglaublich netten Worte.

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Huhu lieber Henni,

    ach ist das goldig. Ich habe schon lange keinen so inbrünstigen buchliebenden Text gelesen. Das hast du ganz wundervoll ausgedrückt. Es ist ein verdammt schönes Gefühl, ein Buch zu lesen, das einen richtig beschäftigt, nicht mehr loslässt und völlig für sich vereinnahmt. Schön, dass du so eine Erfahrung machen konntest. Das passiert nicht so oft im Leseleben, daher vergisst man solche Momente auch nicht mehr. Ich habe den Wolkenatlas noch nicht gelesen, den Film allerdings schon gesehen. Doch die beiden sind ja doch sehr verschieden. Es war sicher nicht einfach, den Stoff für die Leinwand zu adaptieren, könnte ich mir vorstellen.

    Ich wünsche dir noch viele weitere solche Momente! Buchliebe pur ♥

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Henrik sagt:

      Hallo Sandra,

      oh wie dankbar ich dir für deine Worte bin. Ich musste echt viel grinsen! 🙂
      Ich hab echt allen Mut zusammengefasst, diesen Text so zu verpacken. Ich hatte ein wenig angst, dass es doch etwas over done ist, aber wie es scheint, ist es die richtige Portion gewesen. Glück gehabt, ich freue mich über dieses ganze Feedack! 🙂

      Aus Erzählungen und eigener Erfahrung stellt sich mir die Frage, wie man diesen Film überhaupt verfilmen konnte. Ich habe ihn leider nur noch schleiferhaft in Erinnerung, weswegen ich ihn ziemlich bald erneut schauen möchte. 🙂 Dann kann ich für mich vergleichen und mich entscheiden, was „besser“ ist zum einfachen Verständnis. 😀

      Mich würde ja das Hörbuch auch noch interessieren um eine dritte Interpretation davon zu haben.

      Großes Dankeschön an dich! <3 Ich wünsche dir auch viele schöne Buchmomente, die dein Herz berühren.

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Ascari sagt:

    Hey 🙂

    Auch wenn ich es nicht so schön und gefühlvoll wie du ausdrücken kann, aber ich hatte zwischendurch beim Lesen ganz ähnliche Gefühle – und genau wie du habe ich mich mit der Rezi wirklich schwer getan. Ab und zu gibt es diese ganz besonderen Bücher, wo man nicht weiß, wie man seine Gefühle wirklich in Worte fassen kann, wo man das Gefühl hat, dass sie irgendwie „unaussprechlich“ bzw. nicht beschreibbar sind …

    Liebe Grüße und danke!
    Ascari

    • Henrik sagt:

      Hallo Ascari!

      Vielen lieben Dank für das Komliment. Ich bin mir aber sicher, du findest mittlerweile auch ein paar Worte zu diesem Buch, um es besser beschreiben zu können. Wenn etwas Zeit vergangen ist, blickt man ja doch noch mal etwas anderes darauf zurück. Ich bin auf jeden Fall froh, dieses Buch gelesen zu haben! Es war eine wirkliche Bereicherung.

      Ich finde auch, man sollte nicht immer zu jedem Buch etwas sagen. Man kann sich dadurch auch viel „kaputt“ machen von dem Gefühl und dem Moment, den man hatte. 😀

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Deniz sagt:

    Wow, du hast mich richtig neugierig gemacht! Irgendwann einmal werde auch ich „Der Wolkenatlas“ lesen. 😀

    • Henrik sagt:

      Hallo Deniz,

      dann hoffe ich mal, dass mein Beitrag dich auch gewarnt zurück lässt. Dieses Buch ist keine leichte Kost, die man mal eben nebenher list. Das beschäftigt einen eine ganze Weile.
      Natürlich würde es mich freuen, wenn du es auch liest und magst.

      Liebe Grüße
      Henrik

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