Lesestatus Lesestatus im November 2016

01.11.2016
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Weg mit den Zielen!

Wo ist das Jahr nur hin? Es sind noch zwei Monate bevor sich 2016 für immer von uns verabschiedet. Mein Ziel von 50 gelesenen Büchern liegt noch in der Ferne. Realistisch betrachtet sollte ich das Ziel auch nicht weiter anstreben und stattdessen die nächsten Geschichten einfach genießen.

Und noch einmal von vorn …

Im letzten Lesestatus habe ich ganz euphorisch davon berichtet, dass ich bei »Die Sturmhöhe« von Emily Brontë schon ein wenig mehr als 100 Seiten gelesen habe. Doch irgendwie hat es mit der Geschichte und mir danach auch nicht mehr so ganz funktioniert. Das Buch hat auf der Seite gelegen und wurde durch andere Geschichten verdrängt. Das ist mir so bisher auch noch nicht passiert. Die Entscheidung ist dann schnell gefallen: Einfach noch ein bisschen liegen lassen und dann noch einmal von vorn beginnen. Es kann ja nicht schaden, schließlich ist die Sprache ganz zauberhaft!

Ein anderer „Klassiker“

Um einmal von einem anderen „Klassiker“ zu sprechen. Ich habe im Oktober nebenbei das Theaterstück »Geschlossene Gesellschaft« von Jean-Paul Sartre gelesen. Darauf kam ich, als ich Recherchen für meine Kurzgeschichte bei Clue Writing Recherchen zum Existenzialismus angestellt habe. Sartre ist einer der Vertreter des Existenzialismus und ich muss sagen, das Werk hat mir das noch einmal verdeutlicht, was damit wirklich gemeint ist. Ich mochte es sehr, wie die Charaktere im Widerspruch mit sich selbst gelebt haben und einfach nicht ihrer persönlichen Hölle entkommen sind. In einem Buch wäre das ziemlich frustrierend zu lesen, wenn die Charaktere das Problem einfach nicht lösen würden, obwohl sie es könnten. Aber wenn ich so weiter darüber nachdenke, kann es in manchen Situationen Alltag sein. Ich mache etwas, von dem ich weiß, dass es mir nicht gefällt und weiß, dass die Lösung eine andere ist, und gehe trotzdem nicht den richtigen Weg. So irrsinnig ist das mit dem Existenzialismus wohl. Zumindest ist es nicht all zu weit hergeholt und die Auseinandersetzung damit war nicht verkehrt.

Was mich von »Die Sturmhöhe« abgelenkt hat

Es kommt ja nicht all zu oft vor, dass ich mich mitten in einer Geschichte von einem anderen Buch ablenken lasse. Eigentlich war das noch nie der Fall. Aber mit dem Geocaching-Thriller »Death Cache. Tödliche Koordinaten« von Danise Juno habe ich schon ein Highlight gefunden, das ziemlich lesenswert ist. In der Regel schafft es kein Thriller, mich je ganz zu überzeugen, da muss die Handlung schon ein bisschen mehr bieten als das übliche „Ermittler-Duo“ oder „ein Mord geschieht und das muss unbedingt aufgeklärt werden“. Und dann kommt dieses Buch daher und stellt Geocaching in den Fokus. Die Thematik hat mir von Anfang an zugesagt und hat mich bis zum Schluss begeistern können. Es lohnt sich eben manchmal die Augen bei der Bücherwahl aufzumachen, denn es entgehen mir sonst die guten und außergewöhnlichen Geschichten.

Mittelerde verlangt nach meiner Aufmerksamkeit

Aktuell lese ich an »Der Herr der Ringe: Die zwei Türme«. Der zweite Teil wartet schon sehr lange darauf, von mir gelesen zu werden. Und langsam scheint es eine November-Tradition zu werden, sich in Mittelerde aufzuhalten. Mir soll das recht sein, da es eine aufregende Welt ist in der es viele Abenteuer zu erleben gibt. Zudem leben dort viele unbekannte Wesen, deren Charme ich mich kaum entziehen kann. Diese entzückenden Halblinge (Hobbtis) und Zauberer sind interessante Figuren. Dem muss ich mich einfach hingeben.

Zum Glück bin ich im Besitz der Komplettausgabe und habe den dritten und letzten Teil der Trilogie gleich griffbereit für den Fall, dass ich unbedingt weiterlesen muss. Für die nächste Zeit habe ich also erst mal genug zum Lesen, bevor es dann darum geht, was als nächstes gelesen wird.

Rezensionen aus dem Lesestatus

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6 Kommentare

  • Martin sagt:

    Lieber Henrik,

    aufgrund reichlicher Geschäftigkeit habe ich den Sartre erst gerade eben gelesen und wollte Dir für diese ganz herrliche Lektüreempfehlung nochmals danken. Was Sartre in seinem Stück (dramaturgisch hervorragend) über den freien Willen und die rein inneren Blockaden zu sagen weiß und gleichsam einschüchternd deutlich macht, wie stark wir häufig unser Selbstbild von der Fremdperspektive Anderer abzuleiten suchen.

    Einen schönen Abend

    Martin

    • Henrik sagt:

      Lieber Martin,

      ich freue mich sehr, dass du es geschafft hast, die Sartre zu Gemüte zu führen! Da warst du ja recht flott, bei mir dauert das in der Regel noch länger. Also alles gut!

      Noch mehr freut mich zu lesen, wie er dir gefallen hat! Ich mochte auch sehr das Konstrukt der Personen. Vor allem wie sie sich gegenseitig Vorwürfe gemacht haben aber es gerade nicht besser gemacht haben. Es ist schon recht interessant und lässt sich gut auf den Alltag ableiten.

      Hoffentlich habe ich irgendwann mal wieder eine gute Empfehlung für dich!

      Liebe Grüße und herzlichen Dank für die Rückmeldung!
      Henrik

  • Martin sagt:

    Lieber Henrik,

    habe deinen Blog gerade über Marcus gefunden und schon ein bisschen durchstöbert.

    Wollte nur schonmal anmerken, dass mir deine Rezensionen hervorragend gefallen und dein Artikel zum Lesestatus natürlich sehr motiviert, eines der Bücher mal selber in die Hand zu nehmen. (Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ habe ich noch nicht gelesen, werde es aber alsbald tun, danke. Und Herr der Ringe ist natürlich großartig. Diese Sprache…)
    Die Aktion des Klassikerlesens finde ich ganz wunderbar, da ich selber auch eine große Schwäche für Klassiker habe. Auf der Liste ist mir Prousts „Recherche a la temps perdu“ sofort ins Auge gesprungen. Ich habe das Buch circa vor längerer Zeit gelesen und erinnere mich immer noch gerne daran. Eine der erfüllendsten Lektüren meines Leserdaseins. Falls du das Buch also noch nicht gelesen hast, dann spreche ich eine deutliche Empfehlung aus. 😉

    Hoffe mein Kommentar, oder Geschwätz wie der Fachmann sagen würde, ist nicht zu lange geworden.

    Freue mich jetzt schon auf das regelmäßige Lesen deines Blogs,
    herzliche Grüße

    Martin

    • Henrik sagt:

      Hallo Martin!

      Was für eine Rückmeldung! Herzlichen Dank dafür!

      Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ solltest du dir unbedingt schnappen. Es ist ja zum Glück recht kurz und kann daher an einem Tag schnell gelesen werden. Dann ist auch nocht genügend Zeit da, um es nachklingen zu lassen.
      Bei „Herr der Ringe“ sind wir und schon mal einig. Lese die Übersetzung von Walter Scherf. Welche hast du gelesen? 🙂
      Deine Empfehlung sehe ich mir direkt an. Eine gute Lektüre will ich mir nämlich nicht entgehen lassen. Ich bin auch immer wieder offen für weiter Empfehlungen, auch wenn sie sich an alle Leser in einem Beitrag richten sollen. 🙂

      Ich freue mich auf deine nächsten Besuche!

      Liebe Grüße
      Henrik

      • Martin sagt:

        Also wenn das Buch so kurz ist, dann werde ich mir das Vergnügen wohl gönnen 🙂
        Herr der Ringe habe ich in der klassischen Übersetzung von Carroux gelesen, die ich besonders für ihre antiquierte Sprache sehr gemocht habe. Scherf kenne ich gar nicht, da böte sich ja eine zweite Lektüre an…

        Proust ist wirklich ein literarisches Erlebnis, sicherlich nicht immer schnell zu lesen, aber eine wahre Erfüllung. Da wir schon über Übersetzungen sprachen: Ich habe die neue Übersetzung von Bernd Jürgen Fischer gelesen (Reclam), Rechel-Mertens soll auch gut sein.

        Einen schönen Abend und auf bald

        Martin

      • Henrik sagt:

        Ja, das Buch ist recht kurz. Keine 80 Seiten, kleines Format.

        Ich muss sagen, dass ich dich ein wenig beneide, die Carroux Übersetzung gehört möchte ich auch so unbedingt lesen. Auch, um einen Vergleich in der Sprache zu haben. Als ich anfing mit Herr der Ringe, hat eine aufmerksame Leserin mir den Hinweis gegeben, dass es noch eine „bessere“ Übersetzung gibt. Wobei ich sprachlich bisher noch nicht gestolpert bin oder so. Ich kann es eben erst beurteilen, wenn ich es dann gelesen habe und das dauert sicherlich noch, bis es dann soweit ist.

        Ich bin gespannt, was Proust für mich bereit hält! Es ist ja immer wieder so ein indivuduelles Empfinden, das finde ich immer ganz spannend zu Erfahren und freue mich, wenn diese Informationen mit mir geteilt werden. 🙂 Jedenfalls sehe ich mir die Übersetzung mal an, bei Klassikern verlasse ich mich da auch immer auf die Stimmen aus dem Netz, die einem zu einer gewissen Übersetzung raten. Danke für die Empfehlungen diesbezüglich.

        Henrik

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