Allgemein Literarische Angelegenheiten — Warum ist lesen für mich wichtig?

03.06.2016
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Für mich ist es unausweichlich nicht mit Büchern, Texten, Artikeln und Geschichten in Kontakt zu kommen. Im Laufe der Zeit hat es sich ergeben, dass ich neben den Büchern auch immer mehr auf Menschen treffe, die genauso wie ich, über diese sprechen, mit ihnen arbeiten oder sogar schreiben. Durch die Einflüsse beginnt man sein eigenes Handeln zu hinterfragen und bildet aufgrund von Gesprächen oder Diskussionsgrundlagen eigene Fragen, die vielleicht nur von einem selbst beantwortet werden.

Zusammen mit Lauretta von Mehr als nur Geschichten habe ich von einiger Zeit beschlossen, dass wir nicht mehr nur über Bücher sprechen wollen, sondern viel mehr unsere Fragen oder Diskussionen als literarische Angelegenheit zu betrachten und diese Fragen auch auf unseren Blogs zu beantworten. Das Ganze kann von dir in den Kommentaren oder in einem eigenen Beitrag gerne aufgegriffen werden und „unsere“ Angelegenheit auch zu deiner werden lassen!

Warum ist lesen für mich wichtig?

In erster Linie ist diese Frage eigentlich recht einfach zu beantworten: „Weil es mir Spaß macht,“ war das Erste, was mir dabei in den Sinn kam. Doch damit ist es nicht getan, dazu gibt es noch mehr zu sagen. Also habe ich mich mit dieser Frage im Hinterkopf lange auf die Suche nach einer Antwort begeben.

Meine Gedanken richten sich zunächst mal auf die Zeit im Kindergarten, die schon sehr lange zurückliegt, die aber auch gleichzeitig den Grundstein für das Lesen gelegt hat. Ich habe mein Interesse an Geschichten entdeckt und ein Gespür dafür entwickelt, welche Geschichten ich hören möchte. Die ersten Worte, Buchstaben und Zahlen wurden mir begreiflich. Irgendwann kam ich in das Alter, in dem ich meinen Namen selbst schreiben wollte und es versucht habe. Die Beweise dafür hatte ich letztens erst in der Hand und kann nur darüber schmunzeln, weil ich wirklich geglaubt habe, meinen Namen richtig schreiben zu können. Die ersten Fähigkeiten hinsichtlich des Lesens und Schreibens verbinde ich mit einem Gefühl von kindlichem Stolz und Glück, die heute noch gut in meinen Erinnerungen verankert sind.

Diese Fähigkeit wird im Laufe der Zeit automatisch weiterentwickelt, da man den Worten immer wieder ausgesetzt ist. Es ist ein Fluss, der nicht abbricht. Bücher, Zeitungen, Fernsehen, Werbetafeln, Prospekte, Gruß- und Einladungskarten, Produkte und vieles mehr sind übersät mit Worten und ich hätte am liebsten als Kind alles lesen wollen, was mir unter die Linse kam. Ich brannte förmlich darauf, es zu versuchen und es mir zu beweisen, dass ich es kann. Häufig habe ich als Kindergartenkind danach gefragt „was da steht“ und es mir ausführlich erklären lassen. Der Alltag wurde geprägt und die Fähigkeit später bedingt durch die Schule erweitert und gefördert. Die Texte werden nicht mehr nur betrachtet, sondern auch versucht zu entziffern und zu verstehen. Allerdings kann es dabei auch zu Hemmungen kommen, wie es bei mir der Fall war.

Lesen, eine Hemmschwelle?

Lesen ist nicht selbstverständlich und ich betrachte es eher ein Privileg und nicht als etwas, dass man voraussetzen kann. Klar, lernen wir es alle schon von Kindesbeinen an, aber das heißt nicht, dass man es auch kann. Dabei erinnere ich mich an meine Schulzeit, in der ich nur ungern laut vorgelesen habe, weil ich manche Worte erst später erfasst habe und sie deswegen schnell falsch vorgelesen habe. Das Gekicher der anderen Mitschüler liegt mir noch immer in den Ohren. Es war nicht sehr angenehm und motiviert hat es mich auch nicht. Es hat mich eher davon abgebracht es weiter zu versuchen, als es anzugehen und das Problem somit zu beseitigen. Damals hab ich in der Hinsicht noch nicht so gedacht, wie ich es heute mache. Aber aus Fehlern lernt man, wie diese Situation zeigt.

Lesen als Zeitvertreib

Bücher zählten früher nicht so sehr zu meinem Alltag, wie sie es heute tun. Dafür gibt es auch keinen bestimmten Grund, denn Bücher hatte ich zur Genüge. Aber ich war lieber draußen, hab mich mit Freunden getroffen und andere Dinge gemacht, die meine Freizeit gefüllt haben. Bücher waren etwas, das sich anbot, wenn man krank war oder im Urlaub. Dann hatte ich reichlich Zeit und konnte mich den Geschichten aufmerksam zuwenden. Über diesen kurzen Zeitraum hat es aber selten ein Buch geschafft, mich wirklich zu fesseln oder mir so zuzusagen, dass ich mehr davon wollte. Eigentlich gibt es in meiner Kindheit und frühen Jugend nur zwei Bücher, die mich geprägt haben und die ich schon mehrfach auf meinem Blog erwähnt habe. Zeit deines Lebens und Das Vampir Handbuch.

Ich denke, dass ich ohne diese beiden Werke vermutlich erst viel später zum Lesen gekommen wäre. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass mir Bücher als Medium auch zu einem späteren Zeitpunkt zugesagt hätten. Eine Leidenschaft muss sich nicht immer erst entwickeln, ich denke, sie bildet sich einfach schon aus früheren Interessen.

Die Bedeutung eines Textes

Die oben bereits erwähnten Titel habe, haben mir gezeigt, dass Bücher nicht zwingend immer nur ausgedachte Texte sind. Viel eher, dass diese Geschichten auch tiefere Hintergründe haben und es Spaß macht, diese zu lesen. Das hat dazu geführt, dass ich mein altes Hobby, also das Schreiben von Aufsätzen und Kurzgeschichten, wieder aufgegriffen habe. Dass mir das heute manchmal eine schwierige Entscheidung (»Was davon mache ich denn jetzt?«) überlässt, ist schon fast nicht mehr erwähnenswert, da ich beides einfach sehr gerne mache. Mittlerweile auch in einem größeren Rahmen, wie der ein oder andere sicherlich schon mitbekommen hat. Es blieb nicht nur bei den Kurzgeschichten.

Oft steckt mehr dahinter

Das Lesen und das Schreiben sind eng miteinander verwoben und nicht ganz unabhängig voneinander. Mir ging beides in Fleisch und Blut über und ich arbeite täglich daran, es für mich zu verbessern, um es auch als Leidenschaft betrachten zu können. Es ist für mich auch gerade deswegen wichtig, weil ich dadurch schon vieles erreicht habe.

Abschließend bleibt noch zu erwähnen, dass man nicht zwangsläufig nur Bücher lesen muss. Es gibt noch genügend andere Medien, die man lesen kann – wie hier gerade, das Internet oder Zeitungen und Zeitschriften. Es ist letztendlich egal, woraus man liest, die Hauptsache ist, dass man liest. Jeder bevorzugt etwas anderes und dabei kommt es weniger auf die Masse an als auf den Inhalt und darauf, ob es einem gefallen hat oder nicht. Lesen sollte keine Verschwendung sein. Es sollte einen, in welcher Form auch immer, bereichern.

Welche Erfahrungen hast du im Bezug auf das Lesen gemacht? Wann hast du gemerkt, dass es wirklich wichtig für dich ist? Teil deine Gedanken in den Kommentaren mit oder schreibe einen eigenen Beitrag.

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