Rezension Ahren

08.10.2017
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»Ahren« ist ein Fantasy-Roman von Torsten Weitze und ist 2017 erstmals erschienen.

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Inhalt

Von seinem trunksüchtigen Vater verprügelt und von der Dorfjugend schikaniert, kann der heranwachsende Ahren sein Glück kaum fassen, als er bei der alljährlichen Eignungsprüfung von Falk dem Waldläufer als Lehrling auserwählt wird. Bei ihm lernt er das Bogenschießen und den Kampf gegen Dunkelwesen, bis am Tag der Frühlingszeremonie etwas Unerwartetes geschieht: Als Ahren den Götterstein berührt, beginnt dieser zum ersten Mal überhaupt zu leuchten. Kurze Zeit später taucht ein mürrischer Magier auf und treibt Falk und Ahren zur Eile an, denn etwas Böses ist dabei, zu erwachen. Gemeinsam mit seinen ungleichen Gefährten begibt sich der junge Waldläufer auf eine gefahrvolle Reise zum Immergrün, dem Reich der Elfen, um deren Hilfe zu erbitten. Doch die Zeit ist knapp, denn ER, DER ZWINGT hat es auf Ahren abgesehen und ER setzt alles daran, ihn zu vernichten.

Quelle: Amazon

Buchinfo

  • ASIN: B06W5GZC5G (Kindle Edition)
  • Preis: 7,99 € [D]
  • Seiten: 433
  • Sprache: Deutsch
  • Erscheinungstermin: 20. Februar 2017
  • Genre: Fantasy
  • Reihe: Der 13. Paladin, Band 1

Meinung

Mit »Ahren« hat Torsten Weitze eine Geschichte geschaffen, die langsam aber stetig aufbaut und dabei sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Figuren führt er dabei angemessen ein und gibt der Handlung viel Raum, indem sich alles zu einem vollkommenen Stück entfalten kann.

Es ist angenehm zu lesen, denn die Figuren bekommen schon von Anfang an einen kleinen Hintergrund, durch den sie nicht gänzlich wie leere Blätter erscheinen, sondern lebendig und greifbar. Das Ganze hat natürlich den Vorteil, dass die Handlung schon gewisse Voraussetzungen hat. Dadurch war es möglich, den Charakteren im Verlauf tiefgründige Profile zu geben und die verschiedenen Facetten der Geschichte hervorzuheben. Meine Neugier wuchs mit jeder Seite, denn ich wollte unbedingt herausfinden, was sich noch alles hinter den Wesen versteckt und welche Beweggründe sie für ihr Handeln und ihre Entscheidungen haben.

Ergänzend zu so einer tollen Besetzung bietet das Buch eine fantastische und schön beschriebene, eigene Welt. In Jorath gibt es sehr weitläufige Landschaften und große bewaldete Gebiete. So ist Tiefstein, Ahrens Wohnort, eher eine Siedlung im Wald. Falk der Waldläufer sorgt im Wald für Sicherheit und beschützt die Siedlung vor den sogenannten Dunkelwesen. Er hält Ausschau nach weiteren Gefahren von außen. Denn, so schön es in Jorath sein mag, so gefährlich kann es auch sein.

Da die Geschichte viel Raum und Zeit benötigt, sind die Kapitel entsprechend lang. Das hat mir den Einstieg natürlich erschwert, denn wer mich kennt, weiß, dass ich damit schon immer Probleme habe. Dennoch beurteile ich das nicht als negativen Aspekt, denn der Autor hat der Handlung damit nur den benötigten Spielraum verschafft. Das ist lediglich meine persönliche Herausforderung und der Grund für meine Startschwierigkeiten.

Ohne mich weiter von der Kapitellänge beirren zu lassen, konnte ich der Geschichte folgen. Ich habe dann aber tatsächlich noch einen Kritikpunkt gefunden, der mir sehr am Herzen liegt. Als Fantasy-Leser ist es schön, wenn man von Emotionen gelenkt wird. Das zieht mich so richtig in den Bann und lässt mich vollends in die Geschichte abtauchen. Leider gibt es in der Geschichte immer wieder stellen, die diese Gefühle sozusagen „unterbinden“ und die Situation sachlich und nüchtern analysieren. Ein Beispiel:

Ahren trottete den Anderen matt hinterher — die vielen emotionalen Eindrücke, die er vor so kurzer Zeit durchlebt hatte, forderten ihren Tribut.

bei circa 81% des Buches

Das zerstört die ergreifenden Momente, sie verlieren dabei förmlich an Wirkung. Was natürlich sehr schade ist. Denn das imposante Gefühl von eben wandelt sich in trockene Nüchternheit um. Was natürlich nicht heißt, dass es vollkommen schlecht ist. Es gibt dahin gehend einfach Abzüge bei den Emotionen.

Grundsätzlich bin ich sehr überzeugt von Joraht und der Idee hinter der Buchreihe. Es scheint bisher eine sehr gut ausgetüftelte Welt zu sein, in der es lange Zeit ruhig und friedlich zuging. Doch dieser Frieden droht zu kippen. Auf Ahrens Reise sieht man einen kleinen Teil dieser faszinierenden Welt, in der viele Dunkelwesen, aber auch Fabelwesen zu Hause sind. Ich mochte es sehr bei den Elfen im Immergrün.

Cover

4

Gestaltung / Aufmachung

2

Kulisse

5

Charaktere

5

Idee / Aufbau

4

Spannung

4

Komplexität

3

Emotionen

2

Schreibstil / Lesbarkeit

4

Eigene Meinung / Empfindung

4

Durchschnittliche Bewertung

3,7

Fazit

Obwohl es ein paar Abzüge bei den Emotionen gibt, muss ich dem Werk zugestehen, dass es ziemlich spannend ist. Es hat viel Spaß gemacht, der Geschichte zu folgen und vor allem die Welt kennenzulernen. Absolut fantastisch ist, dass eben viel Raum für Beschreibungen vorhanden ist und die Wesen nicht all zu stereotypisch dargestellt sind, sondern auch Abweichungen von der „Norm“ deutlich werden. Die Reihe hat ein Potenzial, das ich gerne weiterverfolgen möchte.

Ich danke Torsten Weitze für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Erfrischende Fantasy, mit imposanter Welt und nicht stereotypischen Wesen

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