Rezension Das Mädchen mit dem Haifischherz

21.05.2014
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»Das Mädchen mit dem Haifischherz« ist ein Jugendbuch von Jenni Fagan und ist 2014 erstmals auf Deutsch im Antje Kunstmann Verlag erschienen.

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Inhalt

Anais Hendricks ist fünfzehn und sitzt auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Ihre Schuluniform ist blutverschmiert, und am anderen Ende der Stadt liegt eine Polizistin im Koma. Doch Anais kann sich da an nichts erinnern. Jetzt ist sie auf dem Weg ins Panoptikum, eine Besserungsanstalt für schwer erziehbare Jugendliche, die für das Waisenkind am Ende einer langen Kette von Heimen und Pflegefamilien steht. Das Panoptikum, ein ehemaliges Gefängnis im Niemandsland der Provinz, scheint wie gemacht für Anais, die mittlerweile sowieso denkt, sie sei ein Experiment, das Objekt einer Reihe von Versuchen, die zeigen sollen, wann ein Mensch zerbricht. Während Anais mit ihrer schwierigen Vergangenheit ringt und sich mit Mut und Fantasie durch ein Fürsorgesystem boxt, das ihr einen Schlag nach dem anderen versetzt, findet sie in den anderen Jugendlichen des Panoptikums fast so etwas wie eine Familie. Eine Familie, die sich ihre eigenen Mythen und Legenden schafft und deren Bande stärker sind als das System, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Es sei denn, du hast ein Haifischherz und Freunde, die dir helfen, ihm zu folgen ...

Quelle: Verlag Antje Kunstmann

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-88897-925-5 (Hardcover)
  • Preis: 19,95 € [D]
  • Seiten: 332
  • Sprache: Deutsch
  • Erscheinungstermin: 12. März 2014
  • Genre: Jugendbuch
  • Original: The Panopticon | William Heinemann, London | 2012
  • Übersetzer: Noemi von Alemann

Meinung

Das Cover ist wirr, nicht wahllos, es zeigt Anais und ganz viele verschiedene Gegenstände. Es ist bunt und sticht sofort ins Auge. Der dunkle Grund ist die perfekte Ergänzung zum Gesamtbild. Man hat eigentlich beim Ansehen des Covers keine Vorstellung davon, was es mit dem Buch zu tun haben könnte und man verbindet es vielleicht auch mit der Marke Ed Hardy. Aber eigentlich ist es schon sehr offensichtlich gestaltet. Ich finde es ist ein optisch sehr schönes Cover und lässt sich gut präsentieren. Ich mag es sehr!

Wer schon immer mal in einem Polizeiwagen mitfahren wollte, kann dies gleich zu Beginn der Geschichte tun. Man wird in das Panoptikum geliefert, eine Jugendhilfe Zentrum, oder auch eher, der letzte Weg vor der geschlossenen Anstalt, geliefert. Dort verbringt man fast die gesamte Zeit, aber ab und an reist man gemeinsam mit Anais auch durch die Gegend, seid gespannt, wohin die Reise gehen wird…

Anais Hendriks ist ein fünfzehnjähriges Mädchen, welches bereits in jungen Jahren viel Schlimmes Erleben musste. Sie hat bereits mehrfach neue Adoptiveltern und Pflegefamilien gehabt und wurde von Anstalt zu Anstalt geschoben. Drogen, Gewalt und Probleme bestimmen ihren Alltag. Sie ist eigentlich sehr liebenswürdig, wie ich finde, aber ich glaube, das muss man wieder für sich selbst bestimmen.
Shortie und Tash, zwei Mädchen, die gemeinsam mit Anais im Panoptikum wohnhaft sind, spielen eine sehr wichtige Rolle. Ich finde sogar eine der Wichtigsten. Sie werden einem schon sehr früh begegnen und auch weiterhin bis zum Ende begleiten.
Der Autorin ist es gelungen sehr viele und spezielle Charaktere zu erschaffen. Man kann einen guten Überblick darüber behalten und hat nicht das Problem, zu vergessen, wer wer ist.

Viele sind anfänglich sehr abgeschreckt von der doch schon sehr vulgären Sprache. Ich gebe zu, ich war erschrocken aber ich fand es sehr angepasst und wenn man mal von der Perspektive ausgeht, sehr passend. Ich war fasziniert, wie toll die Autorin sich mit der Sprache auseinandergesetzt hat, wie sie herumexperimentiert hat und einem so manches Schmunzeln gezaubert hat. Man kann sich eigentlich recht flott an die Sprache gewöhnen, da sie absolut nicht anstrengend ist. Was für mich dann anstrengend wurde, wenn es um die Begrifflichkeiten der Drogen und so weiter ging, damit kenne ich mich nämlich gar nicht aus.

Jenni Fagan ist mit dem Buch eine sehr traurige und auch sehr realistische Geschichte gelungen. Sie ist gar nicht so weit hergeholt. Ich habe mich selten so hilflos Gefühl, beim Lesen eines Buches, denn man möchte am liebsten einfach helfen und kann nichts tun. Das war echt grausam für mich.

Ich war anfangs ein bisschen durcheinander, da das Buch sehr wirr geschrieben ist und man erst nach ca. 60 Seiten langsam einen richtigen Überblick über das Geschehen gewinnt. Dennoch war ich gefesselt und sehr interessiert. Es war ein ständiger Trip, den man begleitet und vielleicht auch selbst durch das Buch erlebt hat. Es war so anders, dass es wieder sehr gut war.

Bewertung

Ich muss diesem Buch 5 von 5 Schreibfedern geben, ich habe keine andere Wahl!

Zu dem Buch habe ich keine negative Kritik zu äußern, da es schon aus der negativen Perspektive geschrieben ist und man sich schon am Abgrund der Gesellschaft befindet.
Ein Buch, welches sehr zum Nachdenken anregt und wahrscheinlich jetzt die nächste Zeit noch in meinem Kopf herumgeistern wird. Ich bin positiv überrascht und kann die vielen negativen Kritiken nicht ganz nachvollziehen, es ist wohl wirklich sehr auf Geschmack ausgelegt – aber ich ließ mich treiben und habe es bis zur letzten Seite nicht bereut.

Fazit

Mein Fazit zu dem Werk von Jenni Fagan ist, dass ich es jetzt schon zu meinem Lieblingsbuch des Jahres erklären werde und es unglaublich schwer werden wird, dies zu übertreffen. Die Messlatte ist ziemlich hoch gelegt und ich bin jetzt schon darauf gespannt und hoffe, dass man von Frau Fagan noch öfter etwas zu lesen bekommt. Potenzial hat sie und Talent auch!

Ich würde das Buch denen ans Herz legen, die sich auf ein Jugendbuch mit einer speziellen Handlung freuen, die es lieben, Bücher über Drogen zu lesen oder auch denen, die vor einer vulgären Sprache nicht zurückschrecken.

Ich danke dem Verlag Antje Kunstmann für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Erschreckend, realistisch, vulgär. Eine traurige Geschichte über ein Mädchen, dass man eigentlich nur lieb haben kann.

8 Kommentare

  • privatkino sagt:

    Irgendwie spannend, ich habe das Buch nach gut 150 Seiten abgebrochen, weil es mir so überhaupt nicht gefallen hat, umso schöner finde ich es aber, dass irgendwie jedes Buch seine Leser zu haben scheint und du eine gute Lesezeit hattest.lg

  • Nenatie sagt:

    Eine wunderschöne Rezi!
    Das Buch hab ich mir auch schon angeschaut. Und es gibt so viele unterschiedliche Meinungen dazu. Ich muss es auch mal lesen 🙂

    • Henni sagt:

      Danke für dein Lob! 🙂

      Ja, in der Tat. Ein Buch, bei dem die Meinung so auseinander geht muss man eben selbst lesen, denk ich mir auch immer.. 😀

      Liebe Grüße!

  • Jana sagt:

    Hey,
    ich hab das Buch auch bereits öfters in der Hand gehabt. Nach deiner Rezi muss ich es also wirklich mal lesen. Dieses Blogs durchkämmen macht aber auch Arm 😀

    Liebe Grüße
    Jana

    • Henni sagt:

      Hey, danke für dein Kommentar! 😀 Hab erst mal gelachht. Freut mich, dass dixh die Rezi anspricht. Hoffentlich teilst du die Meinung zu dem Buch dann ähnlich.
      Ich stimme dir natürlich zu.

      Liebe Grüße,
      Henni! 🙂

  • Nszy sagt:

    Wow, was für eine tolle Rezension! Das Buch kaufe ich mir: und zwar jetzt!
    Danke 🙂

    Du kannst gerne auch mal auf meinem Blog vorbeischauen: http://www.amazingbookworld.de

    Liebste Grüße
    Nina

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