Rezension Das Schicksal ist ein mieser Verräter

04.09.2014
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»Das Schicksal ist ein mieser Verräter« ist ein Roman von John Green und ist 2012 erstmals auf Deutsch im Hanser Verlag erschienen.

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Inhalt

Hazel Grace und Augustus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Was hier beginnt, ist eine der ergreifendsten und schönsten Liebesgeschichten der Literatur.

Quelle: Deutscher Taschenbuch Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-423-62583-8 (Taschenbuch)
  • Preis: 9,95 € [D] 10,30 € [A]
  • Seiten: 336
  • Sprache: Deutsch
  • Ausgabe: Reihe Hanser bei dtv
  • Erscheinungstermin: 01. Januar 2012
  • Genre: Jugendbuch
  • Original: The Fault In Our Stars| Dutton Books, New York | 2012
  • Übersetzer: Sophie Zeitz

Meinung

Die Sterne, von denen ich erst dachte, es sei Schnee, haben mir sofort gefallen. Ich finde, das Cover hat so eine Stimmung von Weihnachten, Winter und Fest. Aber auch von einem späten Abend, wo man den Blick einfach mal nach oben in eine scheinbar endlose Weite schweifen lässt.

Die Geschichte spielt sowohl in dem Bundesstaat Indiana in den USA als auch in Amsterdam in Niederlande.
John Green beschreibt gerne die Umgebung, in der sich die Charaktere befinden und ist technisch gesehen immer ziemlich aktuell geblieben.
Es war sehr interessant, an welche Orte man gelangt, wenn man liest. So findet man sich in vielen Parks, Krankenhäusern und auch in dem ein oder anderen Museum wieder.

In diesem Buch ist alles anders. Viele der Charaktere sind krank, Krebs. In verschiedenen Stadien kommen sie in einer Selbsthilfegruppe von krebskranken zusammen. Green hat mit viel Respekt, Feingefühl und Wissen, seine Charaktere ausgebaut und scheute sich nicht davor, die bittere Wahrheit in anderen zu platzieren. Es ist erstaunlich, wie schnell man eine Bindung aufgebaut hat, schon nach den ersten Seiten bekommt man das Gefühl, als könnte man alle verstehen und weiß, was sie denken und fühlen. Es wird auch sehr oft erwähnt.

Die Art, wie es dem Autor gelungen ist, zu schreiben, ist meisterhaft. Ich liebe die Satzform, die er von Anfang bis Ende durchgezogen hat und bekomme nur beim Gedanke daran, wie er die Macht der Wörter nutzt, um einen in den Bann die Geschichte zu ziehen, eine Gänsehaut.
Er war stets darauf bedacht, alles wichtige zu sagen, alles niederzuschreiben, was für einzelne Charaktere wichtig war. Einprägsame Wortfolgen und Wiederholungen, sage ich nur.

Aufgrund der Sensibilität der Thematik und des wenigen Wissens, was ich dazu habe, ziehe ich meinen Hut vor John Green. Ich habe das Gefühl, das er wirklich zu 100 % wusste, wovon er schreibt. Das Ganze, ohne auch nur ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Es war furchtbar, schrecklich traurig, niedlich, zum Heulen, zum Schieflachen und zum Staunen. All das, zur selben Zeit.

Bewertung

Das Buch war innerhalb eines Tages beendet, was ein persönlicher Rekord ist. Es hat mich so ergriffen und es hat so viel Wirkung, weswegen ich gut und gerne einfach fünf von fünf Schreibfedern vergebe.

Fazit

Es ist keine leichte Lektüre, die man liest und danach einfach wegsteckt. Man sollte sich bewusst sein, dass es richtige Menschen gibt, die davon betroffen sind, denen es so geht. Deren Gefühle jeden Tag aus Angst, Hoffnung, Wut und Schmerz besteht. Es ist ein Buch, was man sich wirklich nur ernsthaft greifen sollte und nicht aus Neugier. Es ist ein absolutes Meisterwerk, an das so schnell vielleicht kein anderes herankommen kann. Ich empfehle es jedem, der auch nur ansatzweise etwas mit dem Thema anfangen kann und kann wirklich nur dazu sagen: Nehmt euch Zeit und lest es.

Mich würde mal interessieren, wie du zu dem Thema Krebs stehst, ob du damit sogar schon in Berührung gekommen bist. Ich habe damit nur geringfügige Erfahrungen gesammelt.

Ein Wechselbad der Gefühle. Ehrlich, respektvoll und mit viel Nachhall. Eine wunderbare Geschichte zum Verlieben und Weinen.

4 Kommentare

  • Hallo Henni!

    Schöne Rezension für ein wunderbares, trauriges Buch. Ich war genauso begeistert wie du und habe geheult wie nur selten bei einem Buch :'(

    Meine Großmutter ist an Krebs gestorben aber ich war zu dem Zeitpunkt schon in Österreich. Ich habe zum Glück sonst keine Efahrung mit Krebs.
    Liebe Grüße, Janice

    • Henni sagt:

      Danke für deinen Kommentar!

      Diese Krankheit ist so furchtbar und kurz nach dem Buch hab ich wahrgenommen, wie die Krankheit in meinem Umfeld verbreitet ist.
      Meine Eltern haben erst am Samstag eine Bekannte an den Krebs verloren, das ging ziemlich schnell.

      Liebe Grüße
      Henni

  • Schön, dass es dir gefallen hat! Ich glaube, ich bin die Einzige, die das Buch noch nicht gelesen hat.

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