Rezension Der Liebhaber meines Mannes

09.12.2014
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»Der Liebhaber meines Mannes« ist ein Roman von Bethan Roberts und ist 2013 erstmals auf Deutsch im Verlag Antje Kunstmann erschienen.

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Inhalt

Brighton, 1958. Tom ist der Mann ihres Lebens, das weiß Marion schon seit ihrer ersten Begegnung. Sie ist überglücklich, als er ihr endlich den ersehnten Heiratsantrag macht. Dabei will sie nicht wahrhaben, dass Tom ihre Liebe nicht in gleichem Maße erwidert, sondern in ganz andere Gefühle verstrickt ist. Erst als der feinsinnige und gebildete Patrick, Toms engster Freund, immer stärker in ihr Leben drängt, gerät Marions mühsam aufrechterhaltenes Weltbild ins Wanken – mit tragischen Konsequenzen.

Quelle: Diana Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-453-35780-8 (Taschenbuch)
  • Preis: 8,99 € [D] 9,30 € [A]
  • Seiten: 364
  • Sprache: Deutsch
  • Ausgabe: Taschenbuchausgabe 10/2014
  • Erscheinungstermin: 8. September 2014
  • Genre: Roman
  • Original: My Policeman | Chatto & Windus, London | 2012
  • Übersetzer: Astrid Gravert

Meinung

Die kalten Gewässer in England und ein Pier zeichnen das Cover des Buches, zu sehen sind Marion, Patrick und Tom. Zunächst wirkt es ziemlich unecht, doch lässt man es eine weile auf sich wirken, erkennt man sofort in welcher Zeit es Spielt. Brighton, 1958.
Ich bin davon sehr angetan, wäre die Schrift nicht so zusammen gepresst. Es macht irgendwie das Cover total zunichte, da es den Blick stört. Zu viele verschiedene Schriftarten und -farben. Meine persönliche Meinung, aber dennoch ist es ein gelungenes Cover welches den Inhalt sehr gut widerspiegelt.

Meine Liebe zu der englischen Insel wächst stetig an, Brighton ist darunter auch noch mal ein zauberhaftes Schmuckstück. Ohne wirklich vorher gewusst zu haben, wie es dort aussieht, habe ich eine genaue Vorstellung davon wie es das tat. Bei späteren Nachforschungen wurde ich nicht enttäuscht, alles wurde sehr schön beschrieben und auch ziemlich detailgetreu, die Vorstellung war nicht unecht sie war wunderbar real.
Auch die Zeit wurde gut beschrieben – durch Kleidung und Kunst und alles andere hat man einen passenden Eindruck bekommen. So etwas finde ich immer wieder sehr toll. Es steigert das Bewusstsein der Umgebung und der Zeit.

Marion ist Lehrerin, im Leben hat sie es nicht gerade sonderlich einfach. In diesem Buch arbeitet sie eine Geschichte auf, die ihr in jungen Jahren nicht so wirklich bewusst war. Marions Charakterentwicklung durchzieht das ganze Buch und es ist großartig wie und warum sie sich weiterentwickelt. Sie ist teilweise ziemlich unverständlich, was sich aber nach und nach wieder gibt um dann aber wieder infrage gestellt zu werden. Ihre Art war mir zwar nicht unangenehm dennoch kann ich nicht behaupten, dass sie angenehm war – Marion war aber sehr wichtig für dich Geschichte und es gibt genügend Gründe um sich doch gerne zu haben.
Tom, der Mann von Marion ist ein Polizist, er wird immer nur erwähnt, doch er spricht nie für sich selbst – von ihm wird nur erzählt. Doch, auch er hat eine Art an sich, die sich durch gegebene Umstände sehr gut erklären lässt. Ich kann ihn gut verstehen, was aber wohl auch an meiner persönlichen Erfahrung mit der Thematik liegt.
Patrick ist Kurator an einem Kunstmuseum, er ist ein Mensch, der durch sein vorangeschrittenes Alter und seine Lebensweise als Homosexueller immer in Gefahr befindet. Sein Handeln und sein Denken ist nachvollziehbar, seine Art ist manchmal ziemlich eigensinnig, aber dennoch sehr angenehm.
Ihn konnte ich am meisten Leiden, auch seine Ansicht kann man mit seinen Worten nachlesen, aus seiner Sicht.

Bethan Roberts hat einen sehr flüssigen und anspruchsvollen Erzählstil. Sie beschreibt viel mit kunstvollen Worten, nutzt gern die hohe Sprache und sorgt für die passende Atmosphäre: zurückhaltend, ängstlich, unberührt und manchmal auch verbittert.
Das alles klingt vielleicht ein wenig negativ, doch das ist es absolut nicht. Denn es ist meines Erachtens viel mehr. Die Geschichte beinhaltet eine Menge an Moral und klärt auch im Nachhinein viel Unwissenheit auf. Es packt die Thematik der Homosexualität in den 40er, 50er und fortlaufend gut beschrieben und realistisch dargestellt an. Es wurde alles wunderbar recherchiert und lässt sich auch bis heute nicht bestreiten.

Dieses Buch lässt mich mit einer Meinung, mit einem Blick und einer völlig anderen Perspektive zurück. Durch eigene Erfahrungen spüre ich es vielleicht sogar mehr, wie tief es in diesem Buch eigentlich geht, wie viel Angst herrscht. Wie sensibel doch alles ist. Man packt es an und könnte viel falsch machen, doch genau in diesem Buch wurde alles richtig gemacht. Es gibt nichts, wo ich sagen würde, dass es übertrieben oder untertrieben sei.
Allgemein hat mich die Erzählweise und die ganze Geschichte einfach beeindruckt. Ich hoffe, das es noch ganz viele Bücher gibt, die es so oder so ähnlich handhaben. Ehrlich, aber nicht überspitzt.

Bewertung

Meiner Meinung ist nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass fünf von fünf Schreibfedern wirklich das Mindeste sind, was ich vergeben kann.

Fazit

Abschließend kann ich wirklich sagen, dass ich mehr als froh bin, dieses Buch gelesen zu haben. Völlig unvoreingenommen und ohne irgendwelche Einflüsse. Lotta und ich haben uns zusammen über dieses Buch ausgetauscht und gemeinsam gelesen und ich glaube, dass auch sie eine ähnliche zumindest keine negative Meinung dazu haben wird.
Es ist ein dramatisches Buch, es ist ein Schmuckstück und es macht vielleicht auch dem ein oder anderen die Augen auf, aber es ist und bleibt wahrscheinlich eines der am meist geliebten Bücher von mir.

Ich danke dem Diana Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Weitere Rezensionen

http://buzzaldrins.de

Wenn du dieses Buch schon gelesen hast, wäre ich sehr auf deine Meinung gespannt.

Ein herzzerreißendes Drama, welches einem in der heutigen Zeit unwirklich erscheint. Dennoch sprechen die Fakten und das eigene Wissen für sich.

2 Kommentare

  • Lotta sagt:

    Hallöchen Henni,
    eine sehr schöne Rezension hast du da geschrieben. 🙂
    Ich freue mich, dass du dich so für das Buch begeistern konntest 😀
    Das macht mich echt glücklich. 🙂 Schön, dass wir es zusammen gelesen haben!

    Liebst, Lotta

    • Henni sagt:

      Hallo Lottalein,

      ich danke dir für das Kompliment, freut mich sehr!
      Ich bin auch sehr froh, dass du mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hast – wirklich das war keine Verschwendung!

      Liebe Grüße
      Henni

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