Rezension Der Marsianer

06.08.2015
4

»Der Marsianer« ist ein Roman von Andy Weir und ist 2014 erstmals auf Deutsch im Heyne Verlag erschienen.

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Inhalt

Gestrandet auf dem Mars: Der Astronaut Mark Watney war auf dem besten Weg, eine lebende Legende zu werden: Als einer der ersten Menschen in der Geschichte der Raumfahrt betritt er den Mars. Nun, sechs Tage später, ist Mark auf dem besten Weg, der erste Mensch zu werden, der auf dem Mars sterben wird: Bei einer Expedition auf dem Roten Planeten gerät er in einen Sandsturm, und als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Ausrüstung. Ohne Nahrung. Und ohne Crew, denn die ist bereits auf dem Weg zurück zur Erde. Es ist der Beginn eines spektakulären Überlebenskampfes ...

Quelle: Heyne Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-453-31583-9 (Paperback)
  • Preis: 14,99 € [D] 15,50 € [A]
  • Seiten: 512
  • Sprache: Deutsch
  • Auflage: 4. Auflage
  • Ausgabe: Deutsche Erstausgabe 11/2014
  • Erscheinungstermin: 13. Oktober 2014
  • Genre: Hard Science Fiction, Science Fiction
  • Original: The Martian | Del Rey | 2014
  • Übersetzer: Jürgen Langowski

Meinung

Cover: Perfekt.

Wer glaubt, er ließt dieses Buch und versinkt in dem ewig weiten Rot der Marsoberfläche hat sich aber mal so was von geschnitten! Andy Weir hat diesem Buch eine ziemlich spacige Atmosphäre verpasst, wie man sie aus Sci-Fi Filmen kennt. Viele ruhe, wenig ungewöhnlicher Raum, natürlich viel Ausrüstung und Geräte. Die Ausflüge zur Erde wiederum sind eine positive Überraschung, da ich das so nicht vorhergesehen habe. Man wechselt also zwischen der Wohnkuppel auf dem Mars und der Erde im Text hin und her. Die NASA-Zentrale ist für mich in diesem Buch ein Highlight gewesen, weil: Wann ist man mal dort? Die Darstellung mit den ganzen Räumen und den Pressekonferenzen gefiel mir sehr.

Andy Weir hat ziemlich einfache Charaktere, die trotz ihrem enormen Wissen noch ziemlich menschlich erscheinen und nicht wie Wissenschaftler.
Mark Watney, der Hauptcharakter, hatte viel Humor, der oftmals auch ziemlich sarkastisch herüberkommt. Seine Art war die wohl angenehmste, die mir in diesem Buch begegnet ist.
Auch die anderen Charaktere sind sehr schön ausgearbeitet und besitzen Persönlichkeit, die man ihnen automatisch zuordnet. Ihre Rollen sitzen Perfekt und nach und nach sickern Informationen durch, die der Geschichte etwas mehr Tiefe verleihen.

Der Schreibstil des Autors ist ziemlich flüssig. All die wissenschaftlichen Begriffe und mathematischen Berechnungen, chemischen Begriffe und physikalischen Elemente sind so verpackt, dass man es trotzdem ziemlich flüssig lesen kann. Manchmal sind die Gedankengänge der Charaktere ziemlich Tief, was mich ehrlich gesagt sehr positiv überrascht hat.
Die Spannung in dem Buch nimmt eigentlich sehr häufig zu, aber es gibt auch eine große Stelle, wo sich ziemlich zieht und die Spannung drückt. Dafür kommt das Ende dann ziemlich schnell und überrumpelt einen fast.

Mir hat in dem Buch manchmal einfach die Übersicht gefehlt. Die Tage auf dem Mars sind vergangen, manchmal wurden Wochen bzw. mehrere Tage übersprungen mit den Handlungsunterbrechungen und dem Perspektivenwechsel. Manchmal war nicht direkt klar, aus welcher Sicht man jetzt genau liest – da auch ein allwissender Erzähler auftaucht. Es stiftet viel Verwirrung und erfordert etwas mehr Konzentration zwischen all der Lockerheit.
Kompliziert war es auch den ganzen Rechnungen und Überlegungen zu folgen. Die Darstellung davon war zwar nicht mathematisch und für Laien verpackt, aber trotzdem hat man den Überblick schnell verloren.

Bewertung

Der Marsianer ist ein Sci-Fi Highlight, dass ich sehr gerne gelesen habe. Innerhalb von drei Tagen bin ich durch dieses mehr oder weniger dicke Buch geflogen. Ich denke, dass meine Bewertung dahin gehend auch berechtigt ist.

Cover

5

Gestaltung / Aufmachung

3

Kulisse

4

Charaktere

4

Idee / Aufbau

5

Spannung

4

Komplexität

5

Emotionen

4

Schreibstil / Lesbarkeit

4

Eigene Meinung / Empfindung

5

Durchschnittliche Bewertung

4,3

Fazit

Dieses Buch diente fast ausschließlich einer Marsexkursion und war überhaupt nicht zur Unterhaltung gedacht. Nein, Spaß. Aber es hat sich stellenweise echt so angefühlt, als wäre man auf dem Mars. Das spricht nur für dieses Buch. Ich hätte gerne mehr Bücher dieser Art. Auch aus der Feder von Andy Weir, der Mann kann nämlich schreiben.

Jeder, der dem Genre etwas abgewinnen kann oder mal ein Genre Abstecher machen möchte, darf beruhigt zum Marsianer greifen. Allerdings wäre es von Vorteil, sich auch diesem mathematischen, physikalischen und chemischen Teil zu widmen, denn der ist natürlich gegeben.

Auch Nerds werden ihre Freude beim Lesen haben, denn: Vergleiche mit Harry Potter, Star Trek, Iron Man und James Bond sind hier eingebaut.

Ich danke dem Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Eine Exkursion zum Mars. Glaubhafte Story mit lebendigem Humor.

4 Kommentare

  • Auf eine Marsexkursion lasse ich mich gerne ein, das ist etwas für mich.

    Liebe Grüße,
    Nicole

  • Tasmetu sagt:

    Hallo Henni 😀

    Ich höre gerade das Hörbuch zum Marsianer und bin circa bei der Hälfte und liebe es jetzt schon! Allerdings bin ich richtig froh, dass ich mich für das Hörbuch entschieden habe. Bei den ganzen Zahlen und Berechnungen, usw, wäre mir das Leser vermutlich schwer gefallen und ich wäre von den Perspektiven sicher auch verwirrt gewesen – durch den Sprecher beim Hörbuch fällt dieser Verwirrungsaspekt nämlich raus.
    Für mich ist das Sci-Fi Genre etwas neues und ich denke der Marsianer ist der perfekte Einstieg.

    Liebe Grüße
    Tasmin

    • Henrik sagt:

      Hallo Tassi 🙂

      Ich freue mich, dass du auch endlich die Geschichte um Mark Watney hörst! 🙂 Die Berechnungen etc. haben beim Lesen gar nicht gestört.. ich hab nicht mitgerechnet 😉

      Die Perspektivenwechsel waren auch recht gut unterteilt, also auch nicht zu veriwrrend für erfahrene Leser. 😀 Der Marsianer ist ein guter Einstieg in das Sci-Fi Genre. Ich wünsche mir in Zukunft auch noch ein paar Sci-Fi Bücher, die dann unter den Rezensionen zu finden sind. Es ist ein sehr tolles Genre.

      Liebe Grüße
      Henrik

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