Rezension Die Auserwählten

11.12.2014
6

»Die Auserwählten« ist der erste Teil einer Trilogie und ein Krypto Rätsel von James Frey und ist 2014 erstmals auf Deutsch im Oetinger Verlag erschienen.

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Inhalt

ENDGAME. Zwölf Meteoriten. Zwölf Spieler. Nur einer kommt durch. Als zwölf Meteoriten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten der Erde einschlagen, gibt es keinen Zweifel mehr: Die Zeit ist gekommen. ENDGAME hat begonnen! Jeder der Meteoriten überbringt eine Nachricht, die die zwölf Auserwählten entschlüsseln müssen und die sie schließlich an einem geheimnisvollen Ort zusammenführt. Dort stehen sie ihren Gegnern zum ersten Mal gegenüber. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt und eine rücksichtslose Jagd um den gesamten Globus. Die Spieler müssen zu allem bereit sein. Wird Arroganz Bescheidenheit schlagen? Klugheit Stärke übertreffen? Wird Gnadenlosigkeit am Ende siegen? Schönheit von Nutzen sein? Muss man ein guter Mensch sein, um zu überleben? ENDGAME wird es zeigen. Aber nur wer die Hinweise richtig deutet und die drei Schlüssel findet, geht als Gewinner hervor. Und nur seine Linie wird überleben, wenn die gesamte Menschheit vernichtet wird.

Quelle: Oetinger Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-7891-3522-4 (Hardcover)
  • Preis: 19,99 € [D]
  • Seiten: 592
  • Sprache: Deutsch
  • Erscheinungstermin: 07. Oktober 2014
  • Genre: Dystopie, Jugendbuch
  • Reihe: Endgame, Band 1
  • Original: Endgame – The Calling | HarperCollins Children's Books, New York | 2014
  • Übersetzer: Felix Darwin

Meinung

Selten war ich in ein Buch so verliebt, wie in dieses. Und das nur vom äußerlichen her, ob das nicht ziemlich oberflächlich gedacht war? Nun ja, das Auge isst mit! Und ich gestehe offen: Ich bin sowas von schrecklich verliebt in dieses Cover, ich kann es nicht sagen. Auf der Buchmesse habe ich mich kaum getraut es auch nur anzurühren, aber als es endlich MEIN war, dann, dann! Dieses Cover ist wohl wirklich sehr sehr sehr sehr gelungen und ich spreche glaube ich für alle, wenn ich sage, dass es wohl eines der Besten des Jahres ist, oder? Auf dem Bild wirkt es zwar nicht ganz so, aber in der Hand.. wirklich, jeder sollte es zumindest mal berührt haben!

Um nicht weiter schwärmen zu müssen, schreibe ich mal ein wenig mehr zum Buch. Ich glaube, man hat die Welt mehr als dreißigmal umrundet, wenn das in etwa hinkommt. Wirklich, man fliegt von A nach Z und wieder zu G und dann zu C und nach Y. Es ist, wenn man nicht aufpasst, ziemlich irreführend, wo man sich befindet. Besonders, weil man ständig die Sichtweisen der Spieler wechselt, das kann so unglaublich durcheinander bringen, das ist echt fies gemacht und für meinen Geschmack ziemlich überladen, aber wir wollten ja nicht meckern, wir wollten anmerken und weiterlesen. Und man lernt viele neue Orte in diesem Buch kennen, die man so vielleicht auch vorher noch nicht kannte. Diese existieren wirklich in unserer Welt, eigene Nachforschungen haben ergeben, dass unsere Welt manchmal im Verborgenen ganz schön sein kann.

Die Charaktere waren wirklich nicht tiefgründiger als nötig. Klar hat der Schreibstil deutlich dazu beigetragen, aber irgendwie wirkten sie allgemein sehr blass und unnahbar, man hatte keine Bindung und irgendwie sprach das Buch auch für sich, man hat zu den einzelnen Spielern und Nicht-Spielern absolut keinen Draht, man bekommt gesagt, wen man mögen muss und wen nicht. Und das ist natürlich nicht jedermanns Sache, auch ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, doch ich sagte mir: Das ist Endgame und Endgame erfordert einen anderen Fokus, nicht die Charaktere sind wichtig, viel mehr das außen rum – die Welt, das Geschehen. Dennoch hatten viele der Charaktere schwierige Namen und man hatte echt Probleme sie auseinander zu Halten, trotz eigenem Symbol. Aber wer schlägt schon gerne hinten im Buch nach, nur weil er schon wieder den Namen vergessen hat?
Allerdings möchte ich noch hinzufügen, wer zur Hölle mag denn bitte noch Dreiecksbeziehungen oder wer ist nicht langsam genervt davon? Es ist manchmal echt zum Verzweifeln. Eine Verwirrung aus sieben oder acht Leuten wär doch mal spannend, oder? 😀

Wie schon erwähnt, der Schreibstil trägt dazu bei, dass sie Charaktere ziemlich farblos und undurchsichtig wirken, man kann nicht wirklich in sie hineinsehen, doch ihre Schritte kann man manchmal ziemlich genau vorausschauen. Total gegensätzlich, ich weiß, aber es war so. Knappe Sätze, kurze Kapitel, schnelle Sprünge. Von A nach Y und wieder zu S und B. Verwirrend hoch zehn. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass James Frey ein Spannungs-Talent ist, trotz manchmal ziemlich lascher Handlung konnte er die Spannung aufrechterhalten, durch die Sprünge sich ein Themenwechsel einspinnen und auch die ein oder andere Liebelei ganz beiläufig, fast in Nebensatz versteckt, unterbringen.

Ich fand es zur Abwechslung mal toll, sich mal etwas berieseln zu lassen, keine eigene Entscheidung treffen zu müssen. 100 Seiten am Tag waren nichts, deswegen reichte auch eine Woche völlig aus um dieses Buch zu lesen. Viele Bilder und Koordinaten und Fußnoten sorgen für genügend Beschäftigung, wenn man das Rätsel so am Rande mitverfolgt. Für mich war es nichts, da ich keine Lust hatte, schon im Voraus alle möglichen Angaben zur Person machen zu müssen ohne überhaupt das Rätsel ansatzweise geschafft zu haben. Das hat mir sofort nicht mehr zugesagt. Egal – ich wollte lesen und nicht Rätseln und das ging auch super. Das Rätsel läuft nur nebenher und nimmt nur geringen Einfluss auf die Geschichte. Aber ich rate jedem, sich zumindest mal ein paar verlinkte Fußnoten anzuschauen, dass man auch mal ein paar Eindrücke von den Ortschaften bekommt, die meisten Links führen zu Google Maps.

Trotz der Größe, des Rätsels, des schnellen Leseflusses und der Spannung fehlte mir bei Endgame eindeutig etwas. Die Geschichte zwar echt super, die Vorgeschichte und das Jetzt haben sehr gut harmoniert und ich bin fasziniert, wie Endgame die Welt auf den Kopf stellt, wie sie das Universum in Frage stellen – diese Ansätze waren wirklich das Beste an der ganzen Geschichte, weil es einfach anders und neu war, spannend und faszinierend. Man erfährt von einer noch nie dagewesenen Welt und genau das will man als Leser, eine Welt in der man sich verlieren kann!

Am meisten ‘gestört’ hat mich einiges in der Handlung, vieles passiert einfach nur nebenher oder zu schnell oder zu spät – oder gar nicht.
Anfänglich hat man keinen guten Überblick, man hat ewig ‘das selbe’ zu lesen, bis sich der Autor mal umentschieden hat und was anderes schrieb. Jeder Perspektivenwechsel war nicht einfach, aber es wäre gerade für den Anfang mal ganz gut gewesen. Was mich auch absolut gestört hat, war dass man seine Lieblinge aufgeschwatzt bekommt und manche der zwölf Spieler nur im Schatten stehen bleiben und man an sie gar nicht herankommt, sehr schade. Ich erhoffe mir von Band zwei auf jeden Fall mehr!

Bewertung

Aufgrund meiner oben genannten Kritik und meiner allgemeinen Meinung bin ich nicht wirklich überzeugt von Endgame. Endgame wird dennoch eine weitere Chance im zweiten Band von mir erhalten und somit denke ich, müssen zwei von fünf möglichen Schreibfedern ausreichen.

Fazit

Ich rate auf jeden Fall dazu, es nicht nur bei einer Rezension zu belassen, wenn man sich unschlüssig über Endgame ist, lieber ein paar und am Besten verschiedene Rezensionen lesen, dass man sich selbst sicher gehen kann, ob man es auch wirklich lesen möchte. Endgame ist kein Wälzer, der unschaffbar ist, das kann man höchstens von Stephen King Büchern behaupten, dennoch sollte man sich vergewissern, ob man es wirklich lesen möchte.
Ich las schon einige Rezensionen, in denen Parallelen zu Die Tribute von Panem gezogen wurde, meiner Meinung nach nicht ganz nachvollziehbar, da ich bei Die Tribute von Panem ganz andere Erinnerungen im Kopf habe.

Ich danke dem Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Gegensätzlich, verwirrend und vielleicht sehr Brutal. Eine Dystopie die einem durch Mark und Bein geht!

6 Kommentare

  • Philip sagt:

    Moin Moin,

    ich kann dir quasi fast eins zu eins zustimmen. Mir hat Endgame insgesamt nicht so sonderlich gut gefallen. Mich konnte zwar der Schluss halbwegs versöhnlich stimmen, aber es ist einfach viel zu wenig passiert, die Charaktere waren zu ähnlich etc.
    Den Panem-Vergleich kann ich hingegen auch in keinster Weise nachvollziehen. Sehe da überhaupt keine Parallelen :-/

    Naja, so sieht das jeder anders.
    Falls dich meine Rezi noch interessiert 😉

    http://philipswelt.blogspot.de/2014/11/rezension-endgame-die-auserwaehlten-james-frey.html

    LG Philip

    • Henni sagt:

      Hallo Philip!

      Freut mich ja fast, dass meine Rezi mit deiner Meinung passt! Deine Rezension kenne ich bereits, vielen dank!

      Ich entferne sie aus dem Kommentar und Verlinke dich extra.

      Liebe Grüße
      Henni

  • Ivi sagt:

    Ich habe das Buch auch vor ein paar Tagen beendet und bin ehrlich gesagt noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll – es wurde viel zu sehr gehyped. Man bekam das Buch ja regelrecht aufgezwungen – egal was oder wo, Endgame war überall und ich glaube dadurch hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an das Buch. Ich wollte mich jetzt selbst an meine Rezi setzen aber ich komm irgendwie nicht voran, weil es mir unheimlich schwer fällt, das Buch zu bewerten. Allerdings glaube ich, dass ich die weiteren Teile nicht mehr lesen werde – so gut hat es mir dann doch nicht gefallen. Naja, ich bin mal gespannt, was letztendlich bei meiner Rezension raus kommt – ich werde meinen Gedanken einfach mal freien Lauf lassen 😀

    • Henni sagt:

      Hallo Ivy, wie du siehst war meine Bewertung dafür auch nicht gerade Bestnote. Ich verstehe dein Problem wegen dem Hype, habe mich ja auch mitreißen lassen bei der Buchmesse. Endgame ist echt kurios um es mal so zu sagen, habe mir auch Zeit gelassen mit den Gedanken zur Rezension, besser wurden sie aber nicht. Musste glaub bissl Abstand nehmen und dann wirklich lostippen.

      Vile Erfolg, bin gespannt!

      Liebe Grüße
      Henni

    • Ivi sagt:

      Jaa Abstand nehmen bei diesem Buch ist ganz gut. Ich habe meine Rezension jetzt auch endlich fertig – war ziemlich schwierig :O aber leider ist meine Bewertung auch nicht sonderlich gut ausgefallen!

      • Henni sagt:

        Okay, du wirst sie sicher im neuen Jahr öffentlich haben, dann lese ich sie mal. Bin gespannt. 🙂

        Liebe Grüße
        Henni

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