Rezension Die Gefährten

19.05.2015
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»Die Gefährten« ist Band 1 der Trilogie von J.R.R. Tolkien und ist 2012 (in dieser Ausgabe) bei der Hobbit Prese erschienen.

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Inhalt

Durch einen merkwürdigen Zufall fällt dem Hobbit Bilbo Beutlin ein Zauberring zu, dessen Kraft, käme er in die falschen Hände, zu einer absoluten Herrschaft des Bösen führen würde. Bilbo übergibt den Ring an seinen Neffen Frodo, der den Ring in der Schicksalskluft zerstören soll. Hobbits sind kleine, gemütliche Leute, dabei aber erstaunlich zäh. Sie leben in einem ländlichen Idyll, dem Auenland.

Quelle: Hobbit Presse

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-608-93984-2 (Taschenbuch)
  • Preis: 14,95 € [D]
  • Seiten: 608
  • Sprache: Deutsch
  • Auflage: 4. Auflage
  • Ausgabe: Neuausgabe von 2012
  • Erscheinungstermin: 29. Juli 1954
  • Genre: Fantasy, High Fantasy
  • Reihe: Der Herr der Ringe, Band 1
  • Original: The Fellowship of the Ring. Being the First Part of the Lords of the Ring | George Allen & Unwin Ltd., London
  • Übersetzer: Wolfgang Krege (1999)

Meinung

Mit diesem Cover zog mal ein anderes grün in mein Buchregal ein. Ich kann mich mit der Farbe jetzt weniger anfreunden, da hätte mir persönlich etwas anderes mehr zugesagt. Wiederum die Illustration auf dem Cover selbst gefällt mir gut, weil es einfach nicht zu viel ist. Man hat die Hauptcharaktere alle auf einem Blick. Es drückt auch den Inhalt ziemlich passend aus: Gefährten, die auf dem Weg sind. Und sie stehen vielleicht sogar unter Beobachtung?
Soweit die Interpretation.

Rein von der Kulisse her ist mir Mittelerde nicht mehr fremd. Bereits im Hobbit konnte ich meine erste große Reise durch so manche Bergkette und Wälder durchstreifen. Einmal Hin und Zurück. Vom Auenland bis zum einsamen Berg Erebor.
Bei diesem ersten Teil ging es jetzt aber mal weiter in den Osten mit Peilung in den Süden von Mittelerde. Man lernte neue Länder und Berge kennen, andere Gebirge. Die Beschreibungen dazu waren ausgezeichnet. Sämtliche Details haben sich wie von selbst zu einem ganzen Bild zusammengesetzt. Der Freiraum der Eigeninterpretation spielte dabei aber natürlich auch eine ganz große Rolle. Was aber schon etwas schwieriger war. Leute, die den Film kennen, haben es da sicher leichter.

Die Begegnungen mit den vielen neuen und alten Charakteren waren für mich ziemlich verwirrend aber auch interessant. Ich bin nie so wirklich aus deren Absichten schlau geworden. Es blieben immer irgendwelche Eigenschaften und Gedanken so leicht im Verborgenen, wo das Misstrauen zu jedem Charakter auch gleich gegeben war. Mit manchen wurde ich auch absolut nicht warm, was die Sache etwas schwieriger gestaltet hat. Trotzdem habe ich natürlich weiterhin beobachtet und versucht immer wieder aus den neuen Informationen schlau zu werden.

Sprachlich ist dieses Buch eines der bisher besten Bücher, die ich jemals lesen durfte! Tolkien ist ein Meister der Worte und spielt auch entsprechend damit. Im Hobbit war es mir gar nicht so sehr aufgefallen, aber hier sind mir schon die sprachlichen Unterschiede aufgefallen, die zwischen Zwergen, Hobbits, Eleben und Menschen tatsächlich existieren. Bei jeder Art gab es gewisse Auffälligkeiten, weswegen man auch in einem Gespräch immer gleich wusste, wer das Wort ergriffen hat. Das hat mich so sehr fasziniert, dass sich auch Stimmen in meinem Kopf geformt haben. Elben waren besonders auffällig, weil deren Sprache ziemlich gesungen dargestellt wurde und auch leichter zu lesen war, als die der Zwerge. Der Unterschied war ziemlich beeindruckend.
Falls ich mir das nur eingebildet haben sollte, beraubt mich bitte nicht meiner Illusion! Es wäre schade.

Bereits im Vorfeld habe ich schon öfter gehört, dass dieses Buch absolut keine leichte Kost ist. Habe viel gehört, dass einige es erst gar nicht gelesen haben. Das hat mich aufhorchen lassen, vor Interesse. Von Seite zu Seite konnte ich zwar mehr verstehen, was viele gemeint haben, aber weniger verstehen, warum man es gar nicht erst versuchte. Das soll jetzt allerdings kein Vorwurf werden, denn niemand sollte sich beim Lesen quälen. Ich kann nur jedem Raten: Überspringt vielleicht den Prolog, das Vorwort und fangt bei Kapitel 1 an. Dann habt ihr dieses Vorspiel nicht und startet direkt mit der Geschichte. Da fällt der Einstieg sicher um einiges leichter. Für mich persönlich war dieser ganze Vorbau etwas sehr Einstimmendes für diese schöne Geschichte.
Greift vielleicht auch nach einer anderen Übersetzung, ich habe erfahren, dass die Übersetzung von Margarete Carroux wohl die beste sei, oder wie in meinem Fall die von Wolfgang Krege, aber nur die Neuübersetzung von 2012.

Bewertung

Ich könnte jetzt behaupten, dieses Buch hat Längen und zieht sich. Es ist langatmig und verschlingt eine menge an Zeit, ja. Das tut es auch und das ist es. Aber verdammt, dieses Buch, diese Geschichte packt auf eine ganz besondere Art und Weise. Die Sprache verzaubert und zieht einen mit in dem anbahnenden dunklen Kapitel von Mittelerde. Das ist der erste Teil von ganzen drei. Das ist doch also nur ein Vorbau einer großen Geschichte. Mir fällt es sehr schwer, diesem Buch auch nur eine Schreibfeder abzuziehen, weil ich dazu einfach keinen Grund finden kann. Jede “Störung” bei diesem Buch ist einfach keine. Also, ich hätte es gleich so sagen können. Fünf von fünf Schreibfedern.

Fazit

Fans von Der kleine Hobbit und Herr der Ringe werden sicher ihren ganz eigenen Draht dazu finden. Es wird immer jemanden geben, der sicher damit nichts anfangen kann. Aber Herr der Ringe sollte in keinem Fantasy Regal fehlen, weswegen ich auch explizit für dieses Genre eine Empfehlung aussprechen kann. Dieses Buch ist jede Mühe wert. Hat man es einmal geschafft, weiß man es sicher zu schätzen. Es lässt mich sehr angetan und inspiriert zurück. Tolkien ist ein großes Vorbild für mich. Sprachkünstler, durchweg.

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Eine Reise nach Mittelerde auf höchstem sprachlichem Niveau!

4 Kommentare

  • Sunsy sagt:

    Sehr schöne Rezension 🙂
    Ich habe übrigens die Übersetzung von Margarete Carroux – alle 3 Teile im Schuber. Irgendwann werde ich sie auch (wieder) zur Hand nehmen, lesen und rezensieren ;), aber jetzt bin ich erst mal in einer anderen Fantasy-Welt gefangen 😉
    Liebe Grüße
    Elke

    • Henrik sagt:

      Hallo Elke!

      Ich danke dir! 🙂

      Darf man auf die Übersetzung neidisch sein? 😀 Wenn man das so hört und liest, wird man ja doch neugierig.. >.< 😀

      Ja, ich denke, das kann man gut machen. Man muss ja so etwas nicht jedes Jahr lesen, aber alle paar Jahre darf man es sich mal zu Gemüte führen. So zur Entspannung. 🙂

      In welcher Fantasy-Welt bist du denn?

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Hallo Henni!

    Ich habe vor Jahren alle drei Bücher verschlungen! Habe die Englische Ausgabe in einem Schuber.
    Eine wunderbare Rezension, die richtig Lust darauf macht die Bücher zu lesen 🙂

    Einen schönen Dienstag dir :*

    Liebe Grüße, Janice

    • Henrik sagt:

      Hallo Janice!

      Ich freue mich, dass dir meine Rezension gefällt! :))
      Auf Englisch wäre das sicher etwas zu schwer für mich. Für dich ist das ja weniger ein Problem. 😀

      Liebe Grüße und auch dir einen schönen Dienstag!
      Henrik 🙂

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