Rezension Es

09.07.2014
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»Es« ist ein Roman von Stephen King und ist 1990 auf Deutsch im Heyne erschienen.

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Inhalt

In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

Quelle: Heyne Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-453-43577-3
  • Preis: 14,99 € [D] 15,50 € [A]
  • Seiten: 1.536
  • Sprache: Deutsch
  • Erscheinungstermin: 8. Februar 2011
  • Genre: Horror, Mystery
  • Original: It
  • Übersetzer: Alexandra von Reinhardt, Joachim Körber

Meinung

Das üblich schlichte Cover der King Bücher hat Einzigartigkeit, so auch wieder bei diesem Buch. Es ist eine Dole abgebildet, in die eine gewisse menge Blut hineinfließt. Die große Schrift auf dem Cover lässt von Weitem schon erahnen, von wem das Buch wohl stammt. Auch hier passt das Symbol wieder sehr gut, wie der Klapptext ja schon verriet, schlummert »Es« in der Kanalisation von Derry.

Ein großes Buch heißt nicht gleich, dass man eine weite Reise hinter sich bringt. In diesem Fall trifft das sogar ziemlich gut zu, bis auf die paar örtlichen Ausschweifungen, war man fast immer in Derry, Maine. Meistens befand man sich oben auf den Barrens, mit den Kindern, das ist eine große Fläche um den Kenduskeag, den Fluss in Derry.

Es gibt insgesamt sieben Hauptpersonen, die auch den Klub der Verlierer bilden. Dazu kommen noch unzählige Anhängsel und unzählige andere Leute, die beiläufig erwähnt wurden. Also, man sieht, es mangelt dem Buch gar nicht an Charakteren. Diese waren sogar ziemlich ausführlich beschrieben und man hatte immer ein recht aktuelles Bild von ihnen im Kopf, da Stephen King viel daran lag, in jeder Situation aufzuzählen, wie sie gekleidet waren, wo ein Loch in der Kleidung war, wie sie aussahen und wo sie eine Wunde oder eine Verletzung haben.

Somit sind wir auch beim Schreibstil. Dieser war wie gewohnt, sehr ausführlich und ziemlich detailreich, wenn ich detailreich sage, meine ich es auch so. Nur mit dem unterschied, dass es in diesem besonderen Fall so detailreich war, dass es schon zu viel des Guten war und sich King in diesem Buch so manches Detail hätte sparen können. Es war zwar gut lesbar und man kam auch recht flott durch aber schon nach 30 Seiten war man so mit Informationen vollgepumpt, dass der Kopf schon keine Lust mehr hatte, wirklich weiter zu lesen. Man musste sich regelrecht zwingen, den Informationsfluss weiterhin zu gewähren, auch wenn es einem schon viel zu viel war.

Ganz zum Nachteil des Buches und der eigentlichen Geschichte, denn es hat einfach extremst gestört und man hatte dabei keine wirkliche Freude, man war kaum gefesselt und hatte keine Lust es zu lesen. Ich muss sagen, dass ich sehr enttäuscht wurde bei diesem Werk und mir deutlich mehr erhofft hatte. Wenn man nach der Handlung geht, frage ich mich, was ist denn jetzt passiert? Hätte man in diesem Buch eine Sache nicht so weit umschrieben, hätte es durchaus spannender und noch fließender sein können.

Wenn ich die Geschichte in meinem Kopf noch einmal so durchdenke, waren das ziemlich viele Geschichten, und immer aus sieben verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wobei es doch immer wieder auf selbe hinauslief. Das war sehr langweilig, in diesem Fall, denn so etwas kann man machen, dann muss aber ordentlich etwas kommen. Mir persönlich hat da ziemlich viel gefehlt zu einer guten Geschichte, die ich auch gerne mit Freuden gelesen hätte.

Bewertung

Leider konnte mich Es nicht ganz überzeugen, ich wünschte es wäre anders. Daran lässt sich leider nichts mehr ändern, der nächste King wird hoffentlich besser. Wäre King nicht zu sehr ins Detail gegangen und hätte ein bisschen mehr Handlung und ein bisschen weniger vom Selben in verschiedenen Blickwinkeln gesprochen, wäre die Bewertung und das Empfinden sicher anders. Daher gibt es von mir leider nur zwei von fünf Schreibfedern. Die, wie ich finde schon gerechtfertigt sind und mir völlig ausreichend erscheinen.

Fazit

Abschließend kann ich nur noch sagen, dass es nicht nur mir so ergangen ist. Wir haben in einer Leserunde gelesen und es war für alle beteiligten ein ziemlicher Kampf teilweise, einige haben sogar abgebrochen, was ich gut verstehen kann. Ich werde das Buch nur denen Empfehlen, die wirklich 100%ige King Fans sind und denen Langatmigkeit und Längen nichts ausmachen.

Ein nicht ganz so guter King, wie erhofft.

16 Kommentare

  • Oh gut, dass ich das Buch nie gelesen habe… aber ehrlich gesagt hat mir auch der Film dazu gereicht. Aber wenn ich das hier so lese, war es gar nicht schlimm u grausig, sondern eher lahm. :/
    Schade. LG Tina

    • Henni sagt:

      So habe ich empfunden, ich kann ja nicht für andere sprechen, aber ja. Muss man nicht unbedinngt gelesen haben.

      Liebe Grüße.
      Henni 🙂

      • Ich habe ja bisher nur ein Buch von King gelesen u das handelte über das Schreiben, aber ja, dort ist er auch gerne ausgeschweift g Mag ich auch nicht so, also lass ich die Finger davon… besser so 😉

      • Henni sagt:

        Das mit dem Schreiben war ein Ratgeber. 🙂
        Kong macht keine schlechten Geschichten ist nur nicht kedermanns Sache.

  • Tintenelfe sagt:

    Hallo Henni, schade, dass du das Buch nicht mochtest. Vielleicht hättet Ihr, die die Beschreibungen zu ausschweifend fanden, doch lieber nicht die ungekürzte Neuauflage lesen sollen. Möglicherweise wäre die Enttäuschung dann geringer ausgefallen. 🙂
    Danke fürs Verlinken.

    Liebe Grüße von der Tintenelfe

  • Hm hm hm… Interessant. Ich habe „Es“ vor ein paar Jahren (vielleicht sogar nur zwei ^^) gelesen, ES war mein erster King (Hihi, Wortspiel. ^^). Ich habe mich lange darum herum gedrückt, ein Buch von ihm zu lesen, weil mir seine Produktivität unheimlich war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Bücher, die in so rasantem Tempo entstehen, auch gut sind.
    Ich habe „Es“ geliebt. Gerade durch diese unglaubliche Detailverliebtheit. Das half mir, mir alles ganz genau vorzustellen; es war wie eine Anleitung für meine Fantasie, eine Gebrauchsanweisung für das Buch. Vielleicht hatte meine Begeisterung auch damit zu tun, dass ich mich durch die Genauigkeit auf einen anderen Aspekt der Beziehung zwischen mir und dem Buch konzentrieren konnte. Ich habe furchtbare Angst vor Clowns. „Es“ sollte für mich als eine Art Konfrontationstherapie funktionieren. Dadurch, dass ich jegliche Beschreibungen von King mitgeliefert bekam, konnte ich mich völlig auf meine Angstgefühle fokussieren und daran arbeiten, sie unter Kontrolle zu bekommen. Hat nicht ganz geklappt. Ich hatte trotzdem Albträume. ^^
    A propos, hat dich das Buch gegruselt?

    Liebe Grüße,
    Elli

    • Henni sagt:

      Hallo Elli,

      du liest solche Geschichten schon aus anderen Beweggeschichten. Mit richtiger Angst und so was hat man dann ein beklemmendes Gefühl. Mir macht das gar nichts aus, weswegen ich mich auch nich gruseln kann, aber ekeln.

      Liebe Grüße,
      Henni 🙂

  • Mit „Es“ verbinde ich ganz viele großartige Leseerinnerungen. Ich habe es schon öfters gelesen und es ist ein Buch, das mich noch lange begleiten und beschäftigen wird. Ich finde es großartig, kann deine Meinung aber auch verstehen.

  • Friedelchen sagt:

    Hi Henni,
    hm, schade dass du es nicht so besonders fandest. Ich bin ein großer King-Fan, habe „Es“ bisher aber noch nicht gelesen. Und oh ja, er kann einen schon ganz schön mit Infos überfluten 🙂 Ich hab mich ja meist nach 100-200 Seiten dran gewöhnt, aber ich kann schon verstehen, dass es bei 1500 Seiten einfach nur noch anstrengend ist. Trotzdem werde ich es mir wohl irgendwann vornehmen.
    Liebe Grüße

    • Henni sagt:

      Hallo Friedelchen,

      ja, manchmal ist das leider so, war selbst ein wenig überrascht, vor allem, da mir „Die Arena“ so gut gefallen hat. Ich dachte anfangs auch noch, dass man sich daran gewöhnen kann, doch es kam nicht.

      Danke dir für den Kommentar.

      Liebe Grüße,
      Henni

  • Jaci sagt:

    OmG… Wieso schreibt jemand ein soooo (umschweifendes Gefuchtel) dickes Buch!? Luft hol Das würde ich mir nie, nimmer, niemals antun! Dann lieber drei Bücher mit Cliffhanger! Aus einer Reihe versteht sich 😀 Super, dass du das geschafft hast! Das Genre ist auch nicht so unbedingt meins…

    viele liebe Knuddelgrüße
    Ich (Jaci)

    • Henni sagt:

      Ich weiß es nicht, ehrlich. Aber King hat viele solcher Bücher.. Die Arena hatte ja auch über 1000 Seiten, war aber DER KNALLER, wie ich fand. Ich hätte sogar Lust, es ein weiteres Mal zu lesen.

      Aber ich verstehe das, aber so darfst du jetzt nicht mehr denken, mit deiner Challenge. 😛

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