Rezension Friedhof der Kuscheltiere

21.07.2015
6

»Friedhof der Kuscheltiere« ist ein Roman von Stephen King und ist 1985 erstmals auf Deutsch im Hoffmann und Campe Verlag erschienen.

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Inhalt

Hinter dem kleinen Tierfriedhof liegt eine verwünschte indianische Grabstätte. Ob Katze oder Mensch: Wer hier beerdigt wird, wird zum Albtraum für die Hinterbliebenen.

Quelle: Heyne Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-453-43579-7 (Taschenbuch)
  • Preis: 9,99 € [D] 10,30 € [A]
  • Seiten: 608
  • Sprache: Deutsch
  • Auflage: 5. Auflage im Heyne Verlag
  • Ausgabe: Überarbeitete, vollständige deutsche Taschenbuchausgabe 03/11
  • Erscheinungstermin: 08. Februar 2011
  • Genre: Horror, Mystery
  • Original: Pet Sematary | Doubleday, New York | 1983
  • Übersetzer: Christel Wiemken

Meinung

Das ich ein großer Fan der optischen Neuauflage von den King-Büchern bin, brauch ich fast nicht zu erwähnen. Das Cover wird von dem Kater (Winston “Church” Churchill) der Familie Creed geziert und ist auch zentraler Punkt der Geschichte. Kings Name prangt ganz groß, oben an und der Titel ist ebenso groß und lesbar. Auch wenn der Titel etwas irreführend ist (Wo sind die Kuscheltiere?).

Die fiktive Stadt Ludlow, Maine in der Nähe der Rout 15 ist das Zuhause der Familie Creed. King hat ein sehr großes Gespür für Kulisse. Er legt seine Gegenden immer ziemlich ähnlich an. Kleinstadt, Straßen, Wälder. Typisch Amerikanisch. Frei. Groß. Leer. Unbelebt. Doch die großen Städte sind oft hektisch oder wie in diesem Fall die University of Maine. Also bietet der Autor eine gute Vorlage, in die man auch noch viel herein interpretieren kann. Und es passt wieder in das King-Universum, da seine Romane in dem Raum von Maine spielen.

Die Charaktere in diesem Buch waren ziemlich überschaubar, im Gegensatz zu Die Arena, wo es doch recht viele Charaktere gab. Ich habe das Gefühl gehabt, dass King hier wirklich speziell das Augenmerk auf dem Geschehen hatte und da haben all zu viele Charaktere gar nicht hineingepasst, ohne den Rahmen unnötig zu erweitern. Es gibt die Familie Creed mit zwei Kindern und einem Kater (Church), es gibt das Ehepaar Crandall und die Eltern von Missus Creed und ein paar Nebenrollen. Aber das war es im Großen und Ganzen auch schon. Die wenigen Hauptcharaktere, die es gab, waren sehr gut ausgearbeitet. Sie hatten ihren Platz und ihre Position um die Geschichte voranzubringen.

In diesem Buch hatte ich das Gefühl, dass King sehr betont eklig war. Nicht im Ausdruck, sondern in der Wirkung der Worte. Irgendwie war das Zusammenspiel seine Worte ziemlich packend. Atmosphärig. Man hatte eine ziemliche Angespanntheit verspürt beim Lesen, einen Ekel und wirklich den moralischen Abgrund, den Horror.

Gerade weil King diese moralischen Abgründe zwischen Leben und Tod wählt, gelingt es ihm diese Fragen nicht wirklich zu beantworten. Er übergeht die Moral und überspitzt sie förmlich. Es ist starke Interpretationssache, aber er packt es gut an. Ich denke, dass mir dieses Buch wegen der grenzwertigen Thematik sehr gut gefallen hat und mich genau das fasziniert hat.

Bewertung

King berührt Themen, mit denen man sonst selten in Berührung kommt. Das mag ich sehr. Er verleiht Atmosphäre und sorgt für Gänsehaut. Man ekelt sich teilweise. Manche Menschen mögen sich das nicht antun, doch sehe ich darin wirklich ein Können. Man spielt einfach mit der Handlung, der Grenze und den Worten. Das ist etwas, wovon man sich als Autor treiben lassen sollte. Und genau das gefällt mir bei King gut.

Cover

4

Gestaltung / Aufmachung

2

Kulisse

5

Charaktere

5

Idee / Aufbau

5

Spannung

5

Komplexität

2

Emotionen

5

Schreibstil / Lesbarkeit

4

Eigene Meinung / Empfindung

5

Durchschnittliche Bewertung

4,2

Fazit

Jeder King-Fan wird es lieben, sofern er sich nicht zu viel von dem deutschen Titel verspricht. Der erweckt echt falsche Erwartungen. Ich frage mich, welcher Kopf sich das ausgedacht hat. Ansonsten kann ich nur sagen, dass mir dieses Werk sehr gut gefallen hat und ich es in 5 Tagen gelesen habe.

Weitere Rezensionen

http://nico-wallmann.blogspot.de

Von Kuscheltieren keine Spur. King liefert moralische Abgründe und übergeht sie.

6 Kommentare

  • Hallo!

    Das freut mich sehr, dass dir das Buch gefallen hat. Es war mein erstes Buch vom Horrormeister und nach wie vor kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Sehr interessant rezensiert, gefällt mir gut.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Henrik sagt:

      Hallo Nicole!

      Ja, es war irgendwie eine angenehme Überraschung im Vergleich zu anderen Kings, die ich gelesen habe. 🙂
      „Interessante Rezi“ klingt nach einem schönen Lob. 🙂 Ich danke dir.

      Liebe Grüße
      Henrik

  • Nelly sagt:

    Huhu liebster Henrik,
    „Friedhof der Kuscheltiere“ war mein erster King und ich fand ihn damals total toll. Will das Buch auf jeden Fall nochmals lesen, aber irgendwie hab ich mich seither nicht mehr an einen King rangewagt.
    Hab immer ein wenig Angst, dass mir seine Geschichten zu abgedreht sind. Aber neugierig bin ich schon…. Dilemma 😀

    Ich finde deine Rezi auf jeden Fall toll, sie ist toll geschrieben und verrät gerade soviel, um Interesse zu wecken

    Liebste Grüße, Nelly

    • Henrik sagt:

      Hallo Nelly 🙂

      Ich finde es toll, dass du es noch Mal lesen möchtest! King ist sehr lesenswert. Diese Geschichte auch. 🙂 Ich werde es auch irgendwann noch mal lesen wollen.. es hat etwas an sich, das ich noch mal spüren möchte.

      Dieses Dilemma kenn ich zu gut.. aber ich stelle ich jedem King (so die Theorie!).

      Ich danke dir! Liebe Grüße
      Henrik

  • Gerd D. sagt:

    Lieblings King!

    Das Buch finde ich gehört zu seinen Meisterwerken, es nimmt einen mit, ist plastisch geschrieben (Die Szene in der er den an den Boden gefrorenen Leichnam der Katze beschreibt, ist etwas das mir im Gedächtnis haften geblieben ist) und ein für King perfektes Ende.
    In dem Punkt hat der gute ja so manchmal seine Probleme, finde ich.

    Die deutsche Titelübersetzung fand ich immer gut gelungen ehrlich gesagt, trügerisch, aber passend zum Storyaufbau, denn damit nimmt es ja in gewisser weise seinen recht harmlosen Anfang, mit dem von Kindern angelegten Friedhof für ihre verstorbenen Kuschelkameraden.

    • Henrik sagt:

      Hallo Gerd.

      Ich bin, was King angeht, immer gespannt, was er aus seinen Geschichten macht. Bisher habe ich ja noch recht wenige Kings gelesen. Fand auch nicht alle gut. Seine Kurzgeschichten haben es mir mittlerweile auch schon angetan. Schade, damit es davon noch gar nicht so viele gibt.

      Das mit den Endungen ist mir auch schon aufgefallen. Die sind oft so rauchrig, nebelig, undurchsichtig. Aber mir gefällt es. 🙂

      Das mit der Namensgebung vom Titel hab ich ja etwas kritisiert, aber deine Ansicht dazu ist natürlich auch gerechtfertigt. Bin nur manchmal dann etwas fehlgeleitet beim Lesen.

      Danke für deinen Kommentar!
      Liebe Grüße
      Henrik

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