Rezension Giganten

13.08.2015
0

»Giganten« ist ein Roman von Claude Cueni und ist 2015 erstmals im Wörterseh Verlag erschienen.

Infos zum Buch anzeigen

Inhalt

Giganten erzählt die Geschichte zweier Freunde, die im ewigen Wettstreit um das größte Bauwerk der Welt zu Rivalen werden; es ist das Drama zweier Rivalen, die im Wettstreit um eine Frau zu Feinden werden. Der eine ist der kühl berechnende Visionär und Ingenieur Gustave Eiffel, der geniale Eisenmagier, der den Eiffelturm erbaute; der andere der Bildhauer Frédéric Bartholdi, ein Künstler aus Leidenschaft, der von der Idee besessen ist, einen weiblichen Koloss von Rhodos zu erschaffen, und die Freiheitsstatue errichtete. Zwischen den beiden Männern steht eine junge Frau, die sich zwischen Vernunft und Herz, zwischen wirtschaftlicher Sicherheit und einem Leben als Bohemienne, entscheiden muss.

Quelle: Wörterseh Verlag

Buchinfo

  • ISBN: 978-3-03763-057-0 (Hardcover)
  • Preis: 36,90 €/SFr
  • Seiten: 398
  • Sprache: Deutsch
  • Erscheinungstermin: 30. Juni 2015
  • Genre: Historischer Roman

Meinung

Einmal im Bann des Covers, verliert man sich gleich – zumindest gedanklich – in Paris. Die Abbildung zeigt die Weltausstellung von 1889 (!), was an sich schon auf die historisch fiktive Handlung schließen lässt, die in diesem Buch stattfindet. Was mich aber am meisten begeistert, ist die Tatsache, dass der Eiffel-Turm gleich zweimal abgebildet ist und im Zusammenhang mit der Freiheitsstatue gebracht wird. Zwei Giganten auf einer ‘Ebene’ – das ist wirklich interessant.

Den Flair, den das Cover versprüht, wird auch versucht im Buch zu erzeugen. Die Umgebungen, die Landschaft, die Atmosphäre und die Eindrücke werden sprachlich schön wiedergegeben. Leider finde ich, nicht ganz so schön, wie ich mir erhofft habe. Manche Beschreibungen sind mir einfach zu flach daher gekommen und konnten mich nicht ganz mitreißen.

Bei den Charakteren hingegen glänzt dieses Buch, denn die Mischung zwischen historischen und fiktiven Figuren beruht ziemlich spürbar auf Fakten. Heißt: Gustave Eiffel und Frédérice Bartholdi begegnen sich hier und führen ein Leben in Rivalität miteinander. Die Darstellungen der Charaktere sind sowohl im Prolog als auch im Anhang vom Autor vermerkt, was die Geschichte gut erklärt.
Was mir aber dann doch nicht so gut gefallen hat, dass trotz fiktionaler Handlung die Dramatik und die Theatralik etwas verloren ging und meine Erwartungen dahingehend sehr hochgeschraubt waren. Ich denke bei so Wörtern wie Rivalität und Konflikt und Drama einfach an etwas, dass emotional packend ist und nicht nur an Wörter, die in dieser Zeit üblich waren.

Faktisch und manchmal etwas distanziert würde ich den Schreibstil bezeichnen. Der Funke sprang zumindest bei mir nicht ganz über. Vielleicht bin ich auch einfach nicht mit dem Stil warm geworden oder hab ihn nicht verstanden.
Mir gefiel, dass die Wortvielfalt ausgeprägt und ausgeschöpft war. Das man die englische und französische Sprache verwendet und im gleichen Atemzug übersetzt hat. Das verleiht dem Buch eine authentische Schrift und ein hohes Niveau.

Leider ändert es nichts an der Tatsache, dass ich mir unter diesem Buch etwas anderes vorgestellt habe, wie ich tatsächlich gelesen habe. Was natürlich auch etwas an meiner positiven Meinung kratzt und sie negativer ausfallen lässt.
Ich denke einfach, dass dieses Beispiel wieder einmal zeigt, wie sehr Klappentexte eigentlich die Erwartung falsch setzen können.

Bewertung

Da dieses Buch trotz meiner nicht ganz so positiven Meinung lesbar war und durchaus auch einen gewissen Lerneffekt für mich hatte, ist meine Meinung insgesamt an allen Faktoren gemessen natürlich nicht ganz so schlecht. Ich finde es sehr schade, da ich mir dieses Buch so schön ausgemalt habe von der Geschichte.

Cover

5

Gestaltung / Aufmachung

3

Kulisse

3

Charaktere

4

Idee / Aufbau

4

Spannung

4

Komplexität

4

Emotionen

3

Schreibstil / Lesbarkeit

3

Eigene Meinung / Empfindung

2

Durchschnittliche Bewertung

3,5

Fazit

Ich denke, dass dieses Buch, wenn man sich ganz darauf einlässt, durchaus sehr lesenswert ist. Das man damit seine literarischen Freuden haben kann. Der Funke ist bei mir schlichtweg einfach nicht über gesprungen, weswegen man sich natürlich auch eine eigene Meinung bilden sollte.

Ich danke dem Wörterseh Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Trotz interessanter Thematik konnte der Funke nicht überspringen.

Sei der Erste!
Schreibe einen netten Kommentar

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.